Bei einer Kundgebung in São Paulo gegen die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist es zu Ausschreitungen gekommen. Einige der mehr als 1.000 Demonstranten setzten ein Auto in Brand und zerstörten die Scheiben einer Bank, während sie in Richtung Zentrum marschierten. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Menge aufzulösen. Mehr als 100 Menschen wurden festgenommen.

Die Demonstranten hatten sich zuvor in der Nähe des Kunstmuseums versammelt. Sie zogen anschließend in einen anderen Stadtteil weiter. "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keinen Cup geben", skandierten die Teilnehmer. "Mit Rechten meinen wir das Recht der Bürger auf anständige öffentliche Dienste", sagte der Student Leonardo Pelegrini dos Santos.

"Wir sind gegen die Millionen über Millionen von Dollar, die in die WM investiert werden. Das Geld sollte besser in bessere Gesundheits- und Bildungsangebote sowie besseren Nahverkehr und Wohnungen gesteckt werden", sagte Pelegrini dos Santos weiter.

Auch in Rio de Janeiro, Brasilia und Recife gab es Demonstrationen. Organisiert wurden die Proteste von der Gruppe Anonymous Rio. Ihre Aktion "Operation Stoppt den Weltcup" sei die erste ihrer Art in diesem Jahr, schrieb die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite.

Im vergangenen Juni waren in Brasilien während des Confed-Cups landesweit bis zu eine Million Menschen demonstriert. Die Proteste richteten sich dagegen, dass der Staat Milliardensummen in Infrastrukturprojekte für die Fußball-WM 2014 steckt, während das Bildungssystem und der öffentliche Nahverkehr vernachlässigt werden.