Die Hamburger Polizei hat während der neun Tage dauernden Kontrollen in den eingerichteten Gefahrengebieten nur wenige gefährliche Gegenstände sichergestellt. Bei ihren fast 1.000 Kontrollen konfiszierten die Beamten unter anderem 19 Böller, einen Schlagstock, zwei Knüppel, Pfefferspray, zwei Tierabwehrsprays und ein Taschenmesser. Das geht aus einer von der Hamburger Linken veröffentlichten Aufstellung der Polizei hervor.

Hinzu kommen sechs sogenannte Vermummungsutensilien wie eine ABC-Schutzmaske oder auch Schals, die überprüfte Personen bei sich führten. Weiter wurden ein Seitenschneider, Draht, Klebeband, Kleister und zwei Farbspraydosen beschlagnahmt.

Darüber hinaus wurden laut der Liste eine Plastiktüte, ein Plastikeimer und ein Zelt einbehalten. Festgestellt, aber nicht konfisziert, wurden außerdem unter anderem eine unbekannte Anzahl an WC-Bürsten sowie eine "Haushaltsrolle in Alufolie eingewickelt, innen ein Zettel mit der Aufschrift 'Peng'". Die gesamte Liste der sichergestellten Gegenstände ist hier einsehbar.

"Gefährliche Funde zeigen, dass die Maßnahme erforderlich war"

Die Polizei hatte Anfang Januar nach schweren Krawallen und Angriffen auf Polizisten in Teilen Hamburgs ein Gefahrengebiet eingerichtet, das später in drei kleinere Areale aufgeteilt wurde. Darin durfte die Polizei verdachtsunabhängig kontrollieren. Solche Gebiete sind eine Besonderheit im Hamburger Polizeirecht. Weder ein Richter noch ein Parlament muss den Gefahrenzonen zustimmen.

Die Maßnahme war bundesweit auf Kritik gestoßen und hatte zu weiteren Protesten in der Stadt geführt. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Michael Neumann hatten die Maßnahme hingegen verteidigt. "Das Instrument hat sich bewährt und wird sich weiter bewähren", hatte Scholz der Süddeutschen Zeitung gesagt. Es sei Aufgabe der SPD, für Recht und Ordnung zu stehen. "Leute, die das nicht mögen, finden es eben nicht gut."

Auch Innensenator Michael Neumann wies jedwede Kritik an der Maßnahme zurück. In einem Interview mit der Hamburger Morgenpost sagte er: "Nur in einem ausgewiesenen Gefahrengebiet kann die Polizei verdachtsunabhängig Taschen kontrollieren. Die gefährlichen Funde zeigen, dass die Maßnahme erforderlich war."