Drogen : Kokain für sechs Millionen Euro in Aldi-Märkten entdeckt

In Berliner Filialen des Discounters sind mehr als 100 Kilogramm des Rauschgifts gefunden worden. Versteckt war der Stoff in Bananenkisten.
Das konfiszierte Rauschgift während eines Pressetermins unter Polizeibewachung in Berlin © Tobias Schwarz/Reuters

In Kartons mit Bananen aus Kolumbien haben Mitarbeiter von mehreren Aldi-Märkten Kokain entdeckt. Sie verständigten die Polizei, die eine umfassende Suchaktion einleitete. Beamte stellten daraufhin in vier Berliner Filialen und einem Markt im brandenburgischen Velten insgesamt 140 Kilogramm des Rauschgifts sicher. Es hat nach Angaben der Polizei einen Marktwert von sechs Millionen Euro. Das sei der größte Drogenfund in Berlin seit Jahren, sagte Olaf Schremm vom Landeskriminalamt.

Nach ersten Erkenntnissen kam die Ware in einem verschifften Container mit 1.150 Kisten nach Deutschland. Auf den Herkunftsort Kolumbien deutet die Beschriftung der Kartons hin. 

Vom Hamburger Hafen kamen die Kartons auf dem Landweg nach Berlin. Polizei und Zoll vermuten, dass sie dann auf dem zentralen Obst- und Gemüsegroßmarkt am Berliner Westhafen fehlgeleitet wurden. Statt bei seinen Empfängern landete das Rauschgift in den Aldi-Märkten. Es handele sich um einen "absoluten Zufallsfund", sagte Schremm. "Wir gehen von einem logistischen Fehler der Täter aus."

Die vier betroffenen Märkte in Berlin sind Filialen in Köpenick, Rahnsdorf, Wilmersdorf und Reinickendorf. Beamte von Zoll und Polizei durchsuchten etwa 1.000 Kisten in Filialen in Berlin und Brandenburg, um weitere Schmuggelware zu entdecken.  

Zweitgrößter Kokainfund seit 1978

Laut Polizei war es der zweitgrößte Kokainfund in Berlin seit Gründung der Ermittlungsgruppe Rauschgift von Zoll und Polizei 1978. Bundesweit wurden schon viel größere Mengen sichergestellt: In Hessen etwa war die Polizei 2002 einmal auf 1.250 Kilo Kokain gestoßen. Erst 2010 stellten Beamte auf dem Hamburger Hafen 1.200 Kilogramm sicher – versteckt in Holzbriketts.

Die Konzernleitung von Aldi wollte sich nicht äußern. Sie begründete dies mit den laufenden polizeilichen Ermittlungen.

Das weiße Pulver Kokain wird in chemischen Prozessen aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauchs gewonnen. Die Droge macht schnell abhängig, regelmäßiger Gebrauch kann lebensbedrohliche körperliche und psychische Folgen haben.

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