Familienväter wollen einer Studie zufolge heutzutage Ernährer und perfekter Vater zugleich sein. Nach außen bleibe die Mehrheit der Väter dem traditionellen Männerbild treu, trotzdem engagierten sich die meisten bei der Kinderbetreuung, heißt es in einer Studie im Auftrag der Zeitschrift Eltern. Dafür befragte das Umfrageinstitut Forsa Ende September und Anfang Oktober 2013 mehr als 1.000 Väter und Stiefväter im Alter zwischen 20 und 55 Jahren.

Die Ergebnisse der Studie offenbarten "eine große Widersprüchlichkeit", bilanzieren die Meinungsforscher. So antworteten auf die Frage, was einen guten Vater ausmache, 81 Prozent und damit vier von fünf Vätern, dass er "so viel Zeit wie möglich mit den Kindern" verbringt. Zugleich kreuzten aber 61 Prozent an, dass ein Vater dafür sorge, "dass es der Familie gut geht". Dies führe dazu, dass die meisten nach wie vor in Vollzeit tätig sind.

Zwar hätten 43 Prozent der berufstätigen Väter gern mehr Zeit für die Familie, ergab die Umfrage. Zugleich sei aber die Mehrheit von ihnen nicht bereit, in Teilzeit zu arbeiten: Neun von zehn Vätern (89 Prozent) sind demnach in Vollzeit tätig und zwei Drittel der abhängig Beschäftigten wollen das auch so. Nur vier Prozent der Befragten arbeiteten in Teilzeit und nur ein Drittel würde gern in Teilzeit arbeiten. "Was die Arbeitszeit angeht, neigen moderne Väter demnach nicht zum Experimentieren", heißt es.

Auch beim Thema Elternzeit sind die Väter der Studie zufolge nicht sehr experimentierfreudig: Zwar nehmen offenbar immer mehr Väter Elternzeit – bei den Vätern mit Kindern bis sechs Jahre waren es 38 Prozent der Befragten. Doch die große Mehrheit von ihnen (80 Prozent) nimmt nur bis zu zwei Monate, lediglich elf Prozent kümmern sich länger als sechs Monate um das Kind.

Der Grund könnte bei vielen die Angst um den Job sein: 41 Prozent der abhängig beschäftigten Väter vermuten, dass die Elternzeit sich sehr oder eher negativ auf die Karriere auswirken könnte.