Unternehmen im US-Bundesstaat Arizona dürfen homosexuelle Kunden künftig doch nicht aus religiösen Gründen abweisen. Die republikanische Gouverneurin Jan Brewer legte ihr Veto gegen das von den Republikanern unterstützte Gesetz ein. 

Wenige Stunden zuvor hatte ein Richter in Texas das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen gekippt

Religionsfreiheit sei ein Kern der Werte in den USA und Arizona – "und ebenso die Antidiskriminierung", sagte Brewer in einer Erklärung. Das geplante Gesetz könne ungewollte, schlechte Auswirkungen haben und mehr Probleme schaffen als lösen, sagte Brewer.   

Die Verordnung "zum Schutz der Religionsfreiheit" war bereits von beiden Kammern des Parlaments in dem US-Staat verabschiedet worden. Weit über die Grenzen Arizonas hinaus hatte das Gesetz für kontroverse Debatten gesorgt. Unternehmen wie Apple oder American Airlines und sogar führende Republikaner in Washington hatten Brewer dazu gedrängt, ihr Veto einzulegen.

Der Gesetzesentwurf sollte Menschen und Institutionen vor Klagen schützen, wenn sie Homosexuelle aus religiösen Gründen abweisen. Hochzeitsfotografen hätten sich etwa weigern können, bei der Zeremonie einer Homo-Ehe zu arbeiten, ohne juristische Konsequenzen befürchten zu müssen.

Hunderte hatten in den Städten Phoenix und Tucson gegen das geplante Regelwerk demonstriert. Gegner des Gesetzes reagierten vor dem Regierungsgebäude in Phoenix mit mit Jubel auf Brewers Entscheidung.