Der Bundesfreiwilligendienst hat nach Ansicht des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Bafza) zu viele ältere Interessenten. Deshalb hat das Bafza einen bundesweiten Einstellungsstopp verhängt. "Es dürfen derzeit keine weiteren Vereinbarungen mit Freiwilligen mehr geschlossen werden", sagte Sprecherin Antje Mäder der Leipziger Volkszeitung.

Kommunen und Vereine dürfen erst ab September wieder neue Helfer einstellen – dann allerdings nur Bewerber, die jünger sind als 25 Jahre. So sollen Jugendliche im Freiwilligendienst stärker zum Zug kommen. Laut Mäder betrifft die Sperre für Ältere nur das Bundesamt, das bundesweit Plätze an Kommunen, Kitas oder Vereine vermittelt. Große Träger wie Diakonie und Caritas erhalten eigene Bufdi-Kontingente.

Grund für die Maßnahme ist dem Bericht zufolge die Deckelung des Budgets auf 160 Millionen Euro jährlich. Bereits jetzt seien daher weit mehr als die Hälfte der möglichen Vereinbarungen für 2014 abgeschlossen worden. "Das verbleibende Kontingent ist deshalb für die lebensjüngeren Freiwilligen vorgesehen", wird Mäder zitiert.

Seit der Freiwilligendienst als Nachfolger des abgeschafften Zivildienstes im Sommer 2011 für alle Altersgruppen geöffnet wurde, haben viele ältere Freiwillige die Arbeit aufgenommen, vor allem im Osten. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums liegt der Anteil der Bufdis über 27 Jahre bei knapp 41 Prozent. Etwa 4.000 der insgesamt 49.266 Freiwilligen sind älter als 61 Jahre.

Die Linke forderte ein Ende des Freiwilligendienstes. "Anstatt die Berufe im sozialen Bereich aufzuwerten, erfahren sie durch den Freiwilligendienst eine massive Abwertung", sagte Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Fraktion.