Gegendemonstranten in der Dresdner Innenstadt © Robert Michael/AFP/Getty Images

In diesem Jahr gibt es keinen Neonazi-Aufmarsch am Gedenktag in Dresden. "Die Veranstaltung wurde abgesagt", sagte ein Polizeisprecher und bestätigte damit einen Bericht der Online-Ausgabe der Dresdner Neuesten Nachrichten. Die Rechten wollten am Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg demonstrieren.

Nach Informationen der Zeitung haben die Veranstalter am Mittwochabend bekanntgegeben, dass sie ihre Anmeldung für eine Kundgebung zurückziehen.

Die Rechtsextremen waren vor einem Bautzener Gericht mit dem Vorhaben gescheitert, am Gedenktag vor der Frauenkirche aufzumarschieren. Das untersagten die Richter des Oberverwaltungsgerichts. Stattdessen hätten die Neonazis auf den Postplatz, dem Theaterplatz oder dem Schlossplatz demonstrieren dürfen. Das lehnten sie ab.   

Die Neonazis verlagerten ihren Aufmarsch auf den Vorabend des Gedenkens. Am Mittwoch zogen bis zu 500 Rechtsextreme durch die Stadt. Die Polizei hatte nur mit 50 bis 100 Demonstranten gerechnet. Mit Fackeln zogen die Neonazis vom Theaterplatz vor der Semperoper zum Rathaus und weiter zum Hauptbahnhof. Damit gelang den Rechtsextremen das erste Mal seit Jahren wieder ein Demonstrationszug durch die Altstadt. Er war ordnungsgemäß angemeldet worden. Nach ersten Angaben der Polizei blieb es am Abend friedlich. Es habe auch keine Festnahmen gegeben. Seit Jahren wird das Gedenken an die Zerstörung der Stadt von Neonazis missbraucht.    

Die Dresdner gedenken am heutigen Donnerstag mit zahlreichen Aktionen der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Am späten Nachmittag ist eine Menschenkette durch die Innenstadt geplant, zu der ein bürgerliches Bündnis aus Stadt, Kirchen, Parteien und Verbänden aufgerufen hat. Tausende Bürger werden erwartet.