Die Videoplattform YouTube ist von einem US-Gericht angewiesen worden, den umstrittenen Anti-Islam-Film Die Unschuld der Muslime aus dem Netz zu nehmen. Ein US-Berufungsgericht gab der Forderung der Schauspielerin Cindy Lee Garcia zur Sperrung des Amateurfilms recht.

In dem Amateurfilm wird der Prophet Mohammed als Gewalttäter, Frauenheld, Homosexueller und Kinderschänder verunglimpft. Der 14-minütige Trailer des Films hatte im Sommer 2012  antiwestliche Proteste mit mehreren Toten ausgelöst.

Vor Gericht hatte Cindy Lee Garcia angegeben, für den Film verpflichtet worden zu sein, ohne dass die Filmemacher sie über dessen antiislamische Zielrichtung informiert hätten. Nachdem der Film bei Muslimen weltweit für Empörung und in einigen Ländern zu gewaltsamen Protesten geführt hatte, habe sie Todesdrohungen erhalten.

Der Richter Alex Kozinski sah es als erwiesen an, dass Garcia irreparablen Schaden erleiden könnte, sollte der Film im Netz bleiben. Google wurde daher angewiesen, den Film von seiner Videoplattform YouTube zu nehmen. Der Konzern hatte sich zuvor geweigert, den Film zu löschen, da dies gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstoße.

Text neu synchronisiert

Laut dem Gerichtsurteil wurde Garcia von dem Produzenten Mark Basseley Youssef für einen Film mit dem Arbeitstitel Wüstenkrieger gecastet. Erst als der Amateurfilm auf YouTube veröffentlicht wurde, habe Garcia festgestellt, dass das Filmmaterial in Wahrheit für einen antiislamischen Film über das Leben des Propheten Mohammed bestimmt war. Ihre Äußerungen in dem Film wurden dabei neu synchronisiert, so dass sie etwa sagte: "Ist dein Mohammed ein Kinderschänder?"

Der Filmemacher Youssef, der auch unter den Pseudonymen Nakoula Basseley Nakoula und Sam Bacile auftrat, wurde wegen Verstoßes gegen seine nach einem früheren Vergehen verhängten Bewährungsauflagen inhaftiert. Er kam aber vergangenes Jahr wieder frei.