Einen Tag nach Inkrafttreten eines strengen Anti-Homosexuellen-Gesetzes in Uganda hat eine Zeitung eine Liste mit 200 bekannten mutmaßlichen Homosexuellen veröffentlicht. Unter dem Titel "Exposed!" (auf Deutsch etwa "Entblößt!") druckte das Boulevardblatt The Red Pepper die Namen und einige Bilder von mutmaßlichen Homosexuellen auf sein Titelblatt.

Unter den Aufgeführten sind prominente ugandische Schwulenrechtler wie zum Beispiel Pepe Julian Onziema. Er hatte mehrfach gewarnt, dass das neue Gesetz Gewalt gegen Homosexuelle auslösen könnte. 



Präsident Yoweri Museveni hatte das Gesetz am Montag unterschrieben. So steht auf "schwere homosexuelle Handlungen" in Uganda nun bis zu lebenslange Haft. Dazu zählt wiederholter Geschlechtsverkehr zwischen homosexuellen Erwachsenen sowie homosexueller Sex mit Minderjährigen oder HIV-Positiven. Ein erstes homosexuelles Vergehen wird mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet. 

USA nennen Gesetz "widerlich"



In einem ursprünglichen Entwurf war sogar von der Todesstrafe die Rede gewesen. Der Passus wurde jedoch auf internationalen Druck hin entfernt. Unter anderem hatten Länder wie Schweden damit gedroht, Hilfszahlungen an Uganda einzustellen.

Die USA kündigten an, ihre Beziehungen zu dem afrikanischen Land zu prüfen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, nannte das Gesetz "widerlich".