Alice Schwarzer im November 2013 © Johannes Eisele/AFP/GettyImages

Die Liste von Prominenten mit Steuergeheimnissen ist um einen Eintrag reicher: Alice Schwarzer hat bestätigt, dass sie jahrelang Steuern hinterzogen hat. "Ja, ich hatte ein Konto in der Schweiz. Seit Jahrzehnten, genauer: seit den 1980er Jahren", schreibt Schwarzer in ihrem Blog. Das in der Schweiz eingezahlte Geld sei in Deutschland versteuert worden – aber die Steuern für die angefallenen Zinsen beglich Schwarzer erst im vergangenen Jahr. 

Sie habe einen Fehler gemacht, diesen aber wieder gut gemacht, schreibt Schwarzer. Die Steuerschuld sei getilgt, die Angelegenheit damit für das Finanzamt erledigt. Insgesamt hat Schwarzer nach eigenen Angaben 200.000 Euro plus Säumniszinsen nachgezahlt.

Mit dem Beitrag in eigener Sache reagiert Schwarzer auf einen Bericht des Spiegel, mit dem der Steuerbetrug publik gemacht wurde. Die Veröffentlichung kritisiert Schwarzer unter Verweis auf ihre Privatsphäre scharf. Die Information stamme von einem Informanten in der Schweiz und sei an unterschiedliche Medien verteilt worden, schreibt die Frauenrechtlerin. Einige hätten aus ethischen Gründen auf eine Veröffentlichung verzichtet: "Der Spiegel allerdings mochte der Versuchung nicht widerstehen. Er pfeift darauf, dass er damit illegal handelt", schreibt Schwarzer.

Dass der Steuerbetrug jetzt bekannt wird, nennt Schwarzer keinen Zufall: "Jetzt mitten in der von Emma angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht. Bei der Jahrzehnte währenden Kritik von Emma am Ehegattensplitting, mit dem Vater Staat die Hausfrauenehe mit Milliarden subventioniert. Oder auch nach so scharfen öffentlichen Kontroversen, wie im Fall Kachelmann."   

Als Grund für das Konto in der Schweiz nennt Schwarzer die Stimmung gegen sie in den 1980er Jahren: Sie habe das Geld in einer Zeit eingezahlt, "in der die Hatz gegen mich solche Ausmaße annahm, dass ich ernsthaft dachte: Vielleicht muss ich ins Ausland gehen". Steuerfehler könne man wieder gutmachen, andere nicht: "Zum Beispiel Rufmord."