Der Vatikan hält die Kritik der Vereinten Nationen am Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche für veraltet. In dem Bericht würden viele Tatsachen verdreht dargestellt, sagte der Botschafter des Vatikans bei der UN in Genf, Silvano Tomasi, dem Sender Radio Vatikan. Neuerungen beim Kinderschutz aus den vergangenen Jahren seien in dem Bericht nicht berücksichtigt worden.

Die Reformen des Vatikan seien aber Fakten, "die nicht verdreht werden können", sagte Tomasi. Er äußerte die Vermutung, dass der Bericht schon vor einem Treffen mit einer Delegation des Heiligen Stuhls im Januar geschrieben wurde. Einige "detaillierte, präzise Antworten" der Vatikanvertreter auf Fragen der Ausschussmitglieder seien in dem Bericht nicht enthalten oder nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hatte dem Vatikan die Verletzung der Kinderrechtskonvention vorgeworfen. In dem Bericht über sexuellen Missbrauch in der Kirche heißt es, der Heilige Stuhl unternehme trotz entsprechender Zusagen nach wie vor nicht genug gegen sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche und Kirchenmitarbeiter.