Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes hat dem Vatikan vorgeworfen, eine Auskunft über das genaue Ausmaß von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche zu verweigern. Das Komitee sei zutiefst besorgt darüber, dass der Vatikan den Umfang der Verbrechen nicht anerkenne und nicht die erforderlichen Maßnahmen ergreife, um Missbrauch zu verhindern und Kinder zu schützen, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Bericht. 

Stattdessen gebe es Richtlinien und Vorgaben, die dazu führten, dass der Missbrauch weitergehe und Täter straflos blieben. Mit der Versetzung von Tätern in andere Pfarreien oder andere Länder versuche die Kirche, Verbrechen zu vertuschen – und stelle damit den Ruf der Kirche über das Kindeswohl. 

Der Vatikan hat die Forderungen der UN-Experten zurückgewiesen. Der Heilige Stuhl bedauere, dass der Ausschuss in seinem Bericht versucht habe, "sich in Lehren der Katholischen Kirche zur Würde des Menschen und zur Ausübung religiöser Freiheit einzumischen", hieß es in einer Erklärung.

Papst Franziskus hatte im Dezember angekündigt, einen Ausschuss zu dem Thema einzurichten. Dieses Gremium müsse alle Fälle untersuchen, ebenso den Umgang der Kirchenführung mit Missbrauchsfällen, hieß es von der UN.