Das Flüchtlingscamp in Berlin-Kreuzberg soll nach anderthalb Jahren geräumt werden. Dazu erzielte die Stadt offenbar mit großen Teilen der am Oranienplatz protestierenden Flüchtlinge eine Übereinkunft, nach der die Bewohner das Zeltlager selbst abbauen werden. Im Gegenzug erhalten sie Unterstützung bei ihren Asylverfahren und einen Abschiebeschutz für die Zeit der Prüfung.

 "Es ist ein Angebot, und wir hoffen, dass es möglichst viele Flüchtlinge annehmen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Wann genau das Lager abgebaut werden wird, ließ Wowereit offen. Er erwarte eine "zügige Räumung".

Genauso offen ist, ob die Auseinandersetzung mit der Einigung abgeschlossen ist. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Vereinbarung erklärten rund 30 Flüchtlinge, dass sie das Angebot nicht akzeptieren würden.

Seit Oktober 2012 demonstrieren circa 450 Flüchtlinge auf dem Kreuberger Oranienplatz für ein Bleiberecht in Deutschland. Innensenator Frank Henkel (CDU) wollte das Camp, das er für illegal hält, bereits im Dezember und notfalls auch mit Gewalt räumen. Das hatten Wowereit und die SPD verhindert.