In keinem anderen Land der Welt sind im vergangenen Jahr mehr Asylanträge gestellt worden als in Deutschland. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent auf 109.600, berichtet das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mit Sitz in Genf. Die Zahl lag deutlich über dem Durchschnitt der EU-Staaten. Insgesamt lag die Zahl der Flüchtlinge, die in 38 europäischen Staaten Asyl beantragten, vergangenes Jahr bei fast 613.000. Allein die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien stieg um mehr als das Doppelte. 

Deutschland liege weit vor den USA, Frankreich und Schweden und sei zum größten Aufnahmeland für Asylbewerber unter allen 44 Industrienationen geworden, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit. Fast 12.000 der Anträge stammten demnach von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien.

Sie stellen die größte Gruppe der Asylbewerber weltweit, gefolgt von Russland und Afghanistan. Auch aus Eritrea, Somalia, Pakistan und dem Irak flüchten viele Menschen. Details darüber, wie viele der Asylbewerber auch tatsächlich aufgenommen wurden, fehlen in dem Bericht. Er weist jedoch daraufhin, dass Anträge von Menschen aus Kriegsgebieten wie Syrien, dem Irak oder Somalia eher erfolgreich waren, als etwa Anträge von Russen oder Serben.