Die Zahl der Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr nach einem Bericht von Amnesty International deutlich gestiegen. Die Zahl der bekannten Exekutionen habe sich von mindestens 682 im Jahr 2012 auf mindestens 778 im vergangenen Jahr erhöht. 

Verantwortlich für den Anstieg seien vor allem der Iran, wo mindestens 369 mal die Todesstrafe vollstreckt worden sei, und der Irak mit mindestens 169 Fällen. In Saudi-Arabien habe es 79 Exekutionen gegeben, in den USA 39.  

In der Zählung von Amnesty fehlen die Hinrichtungen in China; das Land behandele Angaben zur Todesstrafe wie ein Staatsgeheimnis. Die Menschenrechtsorganisation vermutet, dass dort vergangenes Jahr wie auch in den Vorjahren Tausende Gefangene getötet wurden.    

"Dass die Masse der Hinrichtungen auf das Konto einiger weniger Staaten geht, ist bestürzend und beschämend", sagte Deutschlands Amnesty-Chef Oliver Hendrich. "Außerhalb Chinas finden fast 80 Prozent der Hinrichtungen in nur drei Ländern statt: Iran, Irak und Saudi-Arabien".    

Zahl der Hinrichtungen im Iran geheim

Im Iran sei davon auszugehen, dass es Hunderte offiziell nicht bestätigter Exekutionen gegeben habe. "Iran hält wie so manches Land Zahlen über Todesurteile und Hinrichtungen geheim, außerdem entsprechen die Gerichtsverfahren oft nicht internationalen Standards", sagte Hendrich. Im Irak sei die große Mehrheit der Todesurteile auf der Basis vager Anti-Terror-Gesetze ergangen. 

Amnesty verzeichnet auch Fortschritte im Kampf gegen die Todesstrafe. Aus ganz Europa und Zentralasien seien erstmals seit 2009 keine Hinrichtungen gemeldet worden. In den USA habe Maryland als 18. Bundesstaat die Todesstrafe abgeschafft. Und viele Länder, die noch 2012 Gefangene hingerichtet hätten, hätten 2013 keine Todesurteile vollstreckt – darunter Gambia, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan.