Franz-Peter Tebartz-van Elst (Archivbild) © Daniel Reinhardt/dpa

Der von Papst Franziskus zum Amtsverzicht gedrängte frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat den Vorwürfen gegen ihn widersprochen. Teile des Berichts zu den exorbitanten Kosten der Sanierung des Bischofssitzes seien nicht wahr, heißt es in einer Stellungnahme des früheren Bistumschefs. Darin schiebt der 54-Jährige einen wesentlichen Teil der Verantwortung für die Kostensteigerung seinem Generalvikar Franz Kasper zu. Er selbst sei weder Finanz- noch Baufachmann, verteidigte sich Tebartz-van Elst. 

Als Limburger Bischof  hatte er nicht nur die Kosten künstlich kleinrechnen lassen. Er hatte auch kirchliche Vorschriften umgangen, Kontrollgremien außer Kraft gesetzt und die Baukosten auf dem Domberg durch Sonderwünsche in die Höhe getrieben, wie aus dem  Abschlussbericht der kirchlichen Prüfungskommission hervorgeht.

Laut dem Report hat auch der Vermögensverwaltungsrat eine Mitverantwortung. Ebenso das Domkapitel.

Tebartz-van Elst wies in seinem Papier den Vorwurf zurück, er habe dem vom Vatikan entsandten Kurienkardinal Giovanni Lajolo die wahre Summe der Baukosten verschwiegen. Bei einem Treffen mit dem Kurienkardinal am 10. September 2013 habe ihm die "differenzierte Gesamtsummenrechnung" noch gar nicht vorgelegen, schrieb er laut Domradio.de. Durch mögliche Abschreibungen hätte sich die Gesamtsumme zu diesem Zeitpunkt noch verringern können.

Auch den Vorwurf, er habe kirchliche Prüfungsgremien umgangen, stritt Tebartz-van Elst ab und verwies auf seinen Vertreter im Bistum. Generalvikar Kaspar habe als einziger einen umfassenden Einblick in die Vermögensstruktur des Bischöflichen Stuhls gehabt. Er sei für das Vorgehen verantwortlich. Er selbst sei kein Fachmann auf dem Gebiet der kirchlichen Verwaltung, schrieb der Bischof.

Der Generalvikar habe seit seinem Amtsantritt 2009 zahlreiche Kompetenzen wie die des Bischöflichen Ökonoms und das Anlagegeschäft an sich gezogen, schrieb Tebartz-van Elst. Beim Bau des Bischofshauses habe er den Wechsel vom zweiten zum dritten Architekten "wesentlich betrieben". Auch die umstrittene Kunstausstattung habe Kaspar wesentlich beeinflusst und ohne die Kenntnis des Bischofs Mobiliar erworben.

Tebartz-van Elst wies auch eine Letztverantwortung für das Geschehen in der Diözese zurück: Er sei Gott gegenüber verantwortlich, habe aber keine verwaltungsmäßige All- und Detailzuständigkeit, schrieb er.

Verdacht der Untreue

Der Papst hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass er das Angebot des Bischofs zum Amtsverzicht vom Oktober 2013 annimmt. Als Grund nannte er die durch den Baukostenskandal entstandenen Situation im Bistum Limburg. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt. Derzeit verwaltet der 74-jährige Paderborner Weihbischof Manfred Grothe das Bistum im Auftrag des Papstes.

Die Staatsanwaltschaft Limburg kündigte an, den Bericht der Bischofskonferenz in den kommenden Tagen durchzuarbeiten. Die entscheidende Frage sei, ob neben kirchlichem Recht auch staatliches verletzt worden sei. Wenn ja, könnte sich daraus ein Anfangsverdacht der Untreue ergeben.