Die illegale Müllentsorgung ist eines der Hauptgeschäftsfelder der Ndrangheta. © Napoli/Giacomino/dpa

Durch die Kassen der süditalienische Mafia-Organisation Ndrangheta sind im vergangenen Jahr 53 Milliarden Euro geflossen. Laut der Studie des italienischen Forschungsinstituts Demoskopika sind die Hauptgeschäftsfelder der kriminellen Organisation Drogenschmuggel, der 24,2 Milliarden Euro gebracht habe, und die illegale Müllentsorgung, bei der 19,6 Milliarden Euro umgesetzt worden seien. Insgesamt liegt der Umsatz höher als der großen Unternehmen Deutsche Bank und McDonalds zusammen. Laut der Studie entsprach er 2,7 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts.

Laut der Studie, die auf Dokumenten von Polizei, Justiz, Regierung und Parlament basiert, ist die Organisation mit 400 führenden Mitgliedern in 30 Ländern aktiv. Insgesamt seien aber weltweit rund 60.000 Menschen in die Geschäfte der Ndrangheta verwickelt.

Die Organisation, die sich aus einem Netzwerk von Familienclans zusammensetzt, stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien. Die Ndrangheta gilt als gefährlichste der vier großen Mafia-Organisationen. Sie hat ihre Geschäfte von Kalabrien nach Norditalien ausgeweitet, wird aber auch mit Verbrechen in West- und Nordeuropa, Amerika und Australien in Verbindung gebracht. Die anderen Zweige sind die sizilianische Cosa Nostra, die neapolitanische Camorra sowie die Sacra Corona Unita aus Apulien.

Der Studie zufolge nahm die Ndrangheta mit Erpressung und Wucherei im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro ein. Weitere 2,4 Milliarden Euro erzielte die Organisation mit Veruntreuung, 1,3 Milliarden Euro mit Glücksspiel. Waffenverkäufe, Prostitution, Markenfälschung und Menschenhandel erbrachten zusammen insgesamt eine Milliarde Euro.