Blick in ein Asylbewerberheim in Frankfurt/Oder © Oliver Mehlis/dpa

Aus Deutschland werden wieder mehr abgelehnte Asylbewerber und Migranten abgeschoben. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Demnach sind es im vergangenen Jahr fast 10.200 Menschen gewesen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den gut 7.600 Abgeschobenen im Jahr zuvor und damit so viele wie seit 2006 nicht mehr. Damals mussten fast 14.000 Menschen das Land verlassen.

Eine Abschiebung wird vor allem gegen abgelehnte Asylbewerber angeordnet, die nicht freiwillig ausreisen. Dennoch können auch andere Personengruppen betroffen sein: Migranten mit abgelaufenem Visum oder abgelaufener Aufenthaltserlaubnis etwa oder auch bereits Ausgewiesene.

Nach Angaben des Innenministeriums hätten vor allem Serben und Mazedonier in ihr Heimatland zurückkehren müssen, gefolgt von Kosovaren, Türken und Russen. Dies lässt Rückschlüsse zu auf die gestiegene Zahl von Asylbewerbern aus diesen Staaten, vor allem aus Serbien und Mazedonien oder auch Tschetschenien. Abschiebungen in diese Länder sind aber schwierig, weshalb die Bundesregierung diese zu "sicheren Herkunftsländern" erklären lassen will, was eine Zwangsausweisung vereinfachen würde.  

Rekordstrafe für Reisefirmen

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, werden auch die Reiseunternehmen immer stärker belangt. Vor allem Fluggesellschaften mussten im vergangenen Jahr Zwangsgelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro zahlen, weil sie Migranten ohne Pass oder Aufenthaltstitel nach Deutschland befördert haben. Ihnen droht ein Zwangsgeld bis zu 5.000 Euro.