Demonstranten haben in Berlin eine geplante Diskussionsrunde mit dem umstrittenen Bestsellerautor Thilo Sarrazin verhindert. Nach Polizeiangaben versammelten sich rund 100 Menschen vor dem Theater Berliner Ensemble zu Protesten.

Einige Demonstranten waren auch im Saal anwesend und äußerten dort ihren Unmut. Sie hatten Schilder mit Aufschriften wie "Gegen Rassismus" dabei und riefen "Sarrazin raus, das ist unser Haus" und ähnliche Parolen.

Nach Beginn der Proteste versuchten die Veranstalter, mit den Demonstranten zu diskutieren. Sie ließen außerdem den Saal abstimmen, ob das geplante Gespräch stattfinden soll – die Mehrheit war dafür. Die Protestierer wollten das Gebäude allerdings nicht verlassen, wie Cicero berichtet.

Das Theater sagte die vom Magazin Cicero organisierte Veranstaltung daraufhin ab. Man habe den Saal nicht räumen lassen wollen, hieß es zur Begründung, Verhandlungen mit den Gegnern des Autors seien gescheitert.

Sarrazin wollte sein neues Buch Der neue Tugendterror. Die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland vorstellen.

Der Autor und ehemalige Berliner Finanzsenator war insbesondere aufgrund seines 2010 erschienenen Buches Deutschland schafft sich ab in die Kritik geraten. Darin beschreibt er die angeblichen Folgen, die sich für Deutschland aus der Kombination von Geburtenrückgang, wachsender Unterschicht und Zuwanderung aus überwiegend islamisch geprägten Ländern ergeben würden und versucht, Parallelen zwischen Herkunft und Intelligenz zu ziehen.