Im achten Jahr in Folge haben die Behörden in Deutschland wieder mehr Crystal Meth konfisziert. Das geht aus neuen Daten zur Drogenkriminalität hervor, die Bundesregierung und Bundeskriminalamt heute vorstellen und die der Bild-Zeitung vorab vorlagen. 

Crystal Meth ist eine synthetische Droge, die meist geschnupft wird. Sie zählt zu den Amphetaminen, zu denen auch Speed gehört. Das kristalline Pulver schädigt den Körper rasch und kann schwere Schäden auslösen. Crystal Meth, auch als Methamphetamin bekannt, macht schnell abhängig, tötet Nervenzellen und kann Psychosen und Hirnschäden verursachen. Viele Abhängige leiden unter Verfolgungswahn, Gedächtnisstörungen und Angstzuständen.

Dem Bericht zufolge stellte die Polizei im vergangenen Jahr 77 Kilogramm kristallines Methamphetamin sicher. 2012 waren es 75 Kilogramm gewesen, damals 88 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. 2005, als die Droge in Deutschland noch weitgehend unbekannt war, fielen den Drogenfahndern gerade einmal sechs Kilogramm in die Hände.    

Betroffen vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen

Im vergangenen Jahr zählte die Polizei laut Bild 3.847 Fälle, in denen Crystal konfisziert wurde. Neun illegale Rauschgiftlabore zur Herstellung des Aufputschmittels seien ausgehoben worden. Die größten Funde gab es 2013 dem Bericht zufolge in der Grenzregion zu Tschechien. Stark betroffen seien vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen.   

Den vollständigen Bericht zur Rauschgiftkriminalität stellen die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, noch vor. Der Spiegel hatte bereits berichtet, dass erstmals seit Jahren wieder mehr Menschen an Drogen gestorben sind. Im vergangenen Jahr gab es demnach 1.002 Drogentote. 2012 waren es 944 – der Tiefstand seit 25 Jahren.

2012 registrierte die Polizei rund 19.600 Konsumenten harter Drogen zum ersten Mal. Bei der hochgefährlichen Droge Crystal waren rund 2.600 Erstkonsumenten aufgefallen.  

Der Markt für synthetische Substanzen stellt den Staat vor besondere Schwierigkeiten. Bei solchen Designerdrogen machen schon kleine Veränderungen an der molekularen Struktur aus einem verbotenen Stoff eine neue Substanz, die dann oft nicht unter das Verbot fällt.   

ZEIT ONLINE hat seine Leser gefragt: Nehmen Sie Drogen?  Mehr als 22.000 Menschen in Deutschland haben sich an der Online-Umfrage Global Drug Survey 2014  beteiligt. Daraus ist der ZEIT-ONLINE-Drogenbericht entstanden.

Alle Hintergründe, Grafiken und Ergebnisse zum ZEIT-ONLINE-Drogenbericht 2014 © ZEIT ONLINE

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