Teilnehmerinnen einer Kampagne gegen sexuelle Gewalt und Vergewaltigung von Frauen in Goma, Republik Kongo (Archiv) © Junior D. Kannah/AFP/Getty Images

Mehr als 3.600 Menschen sind im Kongo während der vergangenen vier Jahre Opfer sexueller Übergriffe von Sicherheitskräften oder bewaffneten Rebellen geworden. Das geht aus einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros im Kongo hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die tatsächliche Opferzahl liege wesentlich höher, weil viele Vorfälle aus Scham nicht gemeldet werden.

In dem Bericht heißt es, zwischen 2010 und 2013 sei es im Kongo kontinuierlich zu schwerer sexueller Gewalt gekommen. Diese sei systematisch und würde alle Bevölkerungsgruppen betreffen. Die Täter würden nur selten zur Verantwortung gezogen.


Besonders im Osten des Landes würden Massenvergewaltigungen als Waffe eingesetzt, um die Zivilbevölkerung für ihre mutmaßliche Zusammenarbeit mit dem Feind zu bestrafen. Dort kämpfen unterschiedliche Rebellengruppen gegen die Armee. Allerdings kommt es auch in anderen Gebieten des Landes immer wieder zu Gefechten und Unruhen.

Ein Viertel der Opfer sind Kinder

Etwa die Hälfte der 3.645 erfassten Taten wurde von Rebellengruppen begangen. Die Opfer seien zwischen 2 und 80 Jahre alt gewesen. Dreiviertel der Opfer waren demnach Frauen, 25 Prozent Kinder und zwei Prozent Männer. 

Zainab Hawa Bangura, die UN-Sondergesandte für sexuelle Gewalt in Konflikten, hatte am 30. März eine Vereinbarung mit dem kongolesischen Ministerpräsidenten Matata Ponya Mapon unterzeichnet. Damit bekräftigte der Regierungschef gegen sexuelle Gewalt vorzugehen.

Bangura sagte, dass ein grundsätzliche Umdenken notwendig sei: "Wenn man Frauen nicht in Friedenszeiten respektiert, kann man sie auch nicht im Krieg beschützen."