Der Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation Menschen für Menschen, Karlheinz Böhm, ist tot. Er starb am Donnerstagabend im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Grödig bei Salzburg. Das gab eine Sprecherin der Stadt Salzburg bekannt.

Böhm war als Kaiser Franz Joseph in den Sissi-Filmen an der Seite von Romy Schneider Mitte der fünfziger Jahre berühmt geworden. Er drehte einige Filme im Ausland, spielte Theater – bis ihn der Regisseur Rainer Werner Fassbinder Mitte der siebziger Jahre zum Film zurückholte.

Nach einem Aufenthalt in Kenia, wo Böhm mit der Armut in Afrika konfrontiert wurde, wettete er in der Sendung Wetten, dass..?, dass nicht jeder Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für die Not leidenden Menschen dort spenden würde. Zwar behielt er Recht, doch kam ein Millionenbetrag zusammen. Mit dem Geld gründete Böhm 1981 die Äthiopienhilfe, die sich um humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsprojekte kümmerte. Die Idee für die Stiftung entstand aus Böhms Wut über die "ungerechte und menschenverachtende Diskrepanz zwischen Arm und Reich" in dem afrikanischen Land. Die Organisation hat seit der Gründung zusammen mit der Bevölkerung etwa 300 Schulen, Dutzende Krankenstationen und Hunderte Wasserstellen gebaut. 

Erster ausländischer Ehrenbürger Äthiopiens

Böhm selbst lebte mehrere Monate im Jahr unter einfachen Bedingungen in Äthiopien. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Preise und Ehrungen. So verlieh ihm im Jahr 2003 der äthiopische Staatschef Meles Zenawi als erstem Ausländer die Ehrenstaatsbürgerschaft. "Mit Karlheinz Böhm verliert die Welt einen mutigen Visionär und unerbittlichen Kämpfer für Gerechtigkeit", heißt es in einer Erklärung der Stiftung in München. 

Der österreichische Schauspieler war viermal verheiratet, er hat sieben Kinder. Mit seiner dritten Frau bekam er 1964 Tochter Katharina, die heute ebenfalls eine bekannte Schauspielerin ist.

Böhm war seit längerer Zeit krank. Seit einigen Jahren führte seine äthiopische Frau Almaz die Stiftung. Im vergangenen Dezember gab sie den hauptamtlichen Vorstandsvorsitz ab, um sich um ihren schwer kranken Mann zu kümmern.

Zuletzt hatten Vorwürfe eines Großspenders gegen Almaz Böhm und die Stiftung Schlagzeilen gemacht. Der Vorwurf von Bilanzfälschung, Verschwendung und Intransparenz wurde jedoch entkräftet; die Stiftung erhielt Unterstützung vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen und behielt dessen Spendensiegel – wenngleich mit der Empfehlung, einige Verbesserungen vorzunehmen. Insgesamt hat die Organisation in Äthiopien etwa 300 Schulen, zahlreiche Krankenstationen und Hunderte Wasserstellen gebaut.