Der 52-jährige Stephan Burger wird neuer Erzbischof von Freiburg. Papst Franziskus ernannte den bisherigen Domkapitular am Freitag zum Nachfolger von Robert Zollitsch, der in den Ruhestand geht. Das teilten der Vatikan und das Erzbistum mit. Burger wird am 29. Juni im Freiburger Münster zum Erzbischof geweiht. 

Freiburg ist mit etwa zwei Millionen Katholiken die zweitgrößte der 27 deutschen Diözesen – hinter Köln und neben Münster. Sie erhält mit Burger einen der jüngsten Bischöfe Deutschlands. "Wir sind Papst Franziskus dankbar, und wir sind alle froh, dass die Zeit des Wartens auf einen neuen Erzbischof nun ein Ende hat", sagte der Freiburger Weihbischof und Leiter des Domkapitels, Bernd Uhl. "Wir konnten mit Stephan Burger einen kompetenten Seelsorger zum Erzbischof wählen, der unsere Erzdiözese Freiburg mit ihren Herausforderungen sehr gut kennt."

Burgers Vorgänger Zollitsch war seit Juli 2003 Erzbischof von Freiburg, zwischen 2008 und März dieses Jahres war er zudem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Zu seinem 75. Geburtstag hatte Zollitsch dem Papst altersbedingt seinen Amtsverzicht angeboten.

Burger werde seinen Schwerpunkt auf die Seelsorge legen, sagte ein Sprecher des Erzbistums. Er verstehe sich als Ansprechpartner für Menschen, damit sie sich auch in schwierigen Situationen auf die Kirche verlassen könnten.

Burger wurde in Freiburg geboren und ist in Löffingen im Schwarzwald aufgewachsen. Am 20. Mai 1990 wurde er zum Priester geweiht. 1995 wurde er Pfarrer der Gemeinde St. Mauritius in St. Leon-Rot bei Heidelberg, in der er mehr als zehn Jahre lang blieb.

Seit September 2007 gehört Burger dem Domkapitel und damit der Führung der Freiburger Erzdiözese an. Er ist Leiter des Kirchengerichts und hat sich in dieser Funktion vor allem mit den kirchenrechtlichen Fragen von Scheidungen befasst. Der Umgang mit geschiedenen Katholiken, die wieder heiraten und in der katholischen Kirche weiter aktiv sein wollen, ist in der Kirche Streitthema.