Zwischen 2009 und 2013 sind bei Einsätzen der Polizei zwischen 32 und 36 Menschen von Polizisten erschossen worden. Das geht aus Daten der Innenministerkonferenz (IMK) hervor. Die Zahlen schwanken, weil die Innenministerien der Länder unterschiedliche Angaben zur Zahl der Toten machten. Nach Recherchen des Senders RBB starben sogar 38 Menschen.

Nur ein kleiner Teil der Erschossenen waren demnach Schwerverbrecher. Bei rund zwei Dritteln habe es sich um psychisch Kranke, Verwirrte oder Lebensmüde gehandelt.

So stieg zum Beispiel im Juni 2013 ein unter Drogen stehender Mann nackt in den Berliner Neptunbrunnen und verletzte sich mit einem Messer selbst. Als er auf einen Polizisten losging, schoss der ihm in die Brust. Ein von Passanten gefilmtes Video des Vorfalls verbreitete sich im Internet. Die Staatsanwaltschaft stellte später das Verfahren gegen den Polizisten ein, weil sie Notwehr annahm.

Experten fordern, dass Polizisten im Umgang mit psychisch Kranken besser geschult werden. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte dem RBB dazu, die Polizei habe tatsächlich immer häufiger mit psychisch kranken Menschen zu tun. Deswegen generell mehr Aus- und Fortbildungen in diesem Bereich halte er aber für "nicht zielführend".