Erstmals seit der Verabschiedung drakonischer Anti-Schwulen-Gesetze in Uganda sind in Kampala zwei Männer vor Gericht vorgeführt worden. Ihnen wird vorgeworfen, Sex miteinander gehabt zu haben. Die beiden Männer, Kim Mukisa und Jackson Mukasa, plädierten auf unschuldig, sagte ihre Anwältin Fridah Mutesi. Die Staatsanwaltschaft habe jedoch erklärt, sie habe Zeugen, und strebe die Eröffnung eines Prozesses an.

Präsident Yoweri Museveni hatte im Februar per Unterschrift ein Gesetz in Kraft gesetzt, das lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle vorsieht und Zeugen verpflichtet, Schwule bei den Behörden zu denunzieren. Das Gesetz löste einen internationalen Proteststurm aus. US-Außenminister John Kerry verglich es mit der antisemitischen Gesetzgebung der Nazis.

Musevenis Kritiker werfen dem Präsidenten Anti-Schwulen-Propaganda vor, um vor der Präsidentschaftswahl in zwei Jahren Punkte in der konservativen Bevölkerung zu sammeln. Eine Boulevardzeitung hatte Ende Februar eine Liste mit den Namen von 200 Männern veröffentlicht, die angeblich schwul sein sollen.

Mukisa und Mukasa wurden zwar vor Inkrafttreten des Gesetzes verhaftet, dennoch gilt ihr Fall nun als Test. Die beiden werden nach Einschätzung von Anwälten zunächst gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden, bis über die Eröffnung eines Verfahrens und einen Termin für den Prozessbeginn entschieden worden ist.