Der stillgelegte Berliner Flughafen Tempelhof bleibt eine grüne Wiese. Bei einem Volksentscheid stimmte eine Mehrheit der Bürger deutlich gegen eine Bebauung der Ränder des Flughafenareals. Wie die Landeswahlleitung mitteilte, setzte sich der Gesetzentwurf der Bürgerinitiative 100 Prozent Tempelhofer Feld nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen deutlich mit 64,4 Prozent durch. Er wird nun Gesetz. Auch die Wahlbeteiligung war dafür hoch genug. Den Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses für die Bebauung, über den ebenfalls abgestimmt wurde, lehnten 59,4 Prozent ab.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte an, nun an anderen Orten Wohnungen zu bauen. "Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat ein klares Ergebnis, das akzeptiert werden muss", sagte er. Der Bürgerwille gelte und dürfe nicht infrage gestellt werden. "Alle anderen Planungen sind einzustellen."      

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sagte im RBB, das Ergebnis sei eine bittere Niederlage. Er bedauerte die vergebene Chance, die dringend benötigten städtischen Wohnungen auch für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen bauen zu können.

Das Tempelhofer Feld hat sich zu einem beliebten innerstädtischen Freizeittreff entwickelt und wird von vielen Berlinern genutzt. Die rot-schwarze Landesregierung wollte an drei Rändern des Feldes Gebäude zum Wohnen und für gewerbliche Nutzung errichten lassen: 4.700 Wohnungen und eine neue Landesbibliothek. Im Zentrum sollte eine Fläche von 230 Hektar als öffentliche Grünfläche bestehen bleiben.