Zwei Wochen nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel ist der 24-jähriger Belgier Alexandre Strens seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Museumsangestellte sei am Nachmittag gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Damit stieg die Zahl der Toten auf vier.

Am 24. Mai hatte ein Mann zwei Israelis und eine Französin erschossen. Der Belgier wurde damals schwer verletzt. Eine Woche später wurde in Marseille der 29-jähriger Franzose Mehdi Nemmouche festgenommen, der des Anschlags in der belgischen Hauptstadt verdächtigt wird. Er besaß französischen Behördenangaben zufolge ein Video, auf der er sich mutmaßlich selbst der Tat bezichtigte. Belgiens Innenminsterin Joëlle Milquet erklärte ihre Trauer über den Tod von Alexandre Strens und bekundete den Angehörigen ihr Beileid.

Der mutmaßliche Täter, der sich im Gefängnis zum Islam bekehrt haben soll, soll mehr als ein Jahr im syrischen Bürgerkrieg für eine radikalislamische Rebellengruppe gekämpft haben. Er wurde sechs Tage nach dem Anschlag bei einer Routinekontrolle an einem Busbahnhof in Marseille mit einer Kalaschnikow und einer Pistole festgenommen.

Nemmouche befindet sich derzeit in Frankreich in Haft und wehrt sich gegen eine Auslieferung an Belgien, das ihm wegen des Anschlags den Prozess machen will. Die Tat sorgte international für Entsetzen und löste eine Debatte über die Gefahren durch Rückkehrer aus Syrien aus. Bei einem Gipfeltreffen vereinbarten die Innenminister der G-7-Staaten diese Woche, beim Kampf gegen Syrien-Rückkehrer verstärkt zusammenzuarbeiten.