Wegen der Verfolgung Homosexueller in Uganda hat die Regierung der USA Sanktionen gegen das afrikanische Land verhängt. Die Strafmaßnahmen beinhalten nach Angaben des Weißen Hauses Einreisesperren für einzelne ugandische Staatsbürger, die in Menschenrechtsverletzungen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) verwickelt sind. Außerdem werde die Finanzierung bestimmter Programme ausgesetzt, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden. Dabei handele es sich um Hilfen für die ugandische Polizei und das Gesundheitsministerium.

Die USA blieben jedoch Verbündete im Kampf gegen die Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA), erklärte das Weiße Haus. LRA-Anführer Joseph Kony wird per Haftbefehl von den USA sowie vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht.

Die Vorsitzende der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, begrüßte die Sanktionen. Das ugandische Anti-Homosexuellen-Gesetz sei "von einer Ignoranz, Ungerechtigkeit und Grausamkeit, dass es einem den Atem raubt", sagte Pelosi.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte im Februar ein Gesetz in Kraft gesetzt, das lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle zulässt und Zeugen verpflichtet, Schwule bei den Behörden zu denunzieren. Nach einer Gesetzesvorlage hätte sogar die Todesstrafe gegen Homosexuelle verhängt werden können. Der Passus wurde jedoch auf internationalen Druck hin entfernt. Im Mai mussten bereits zwei Männer auf Grundlage des Gesetzes vor Gericht.

Das Gesetz löste einen internationalen Proteststurm aus. US-Außenminister John Kerry verglich es mit der antisemitischen Gesetzgebung der Nazis. Die Weltbank stoppte außerdem Kredite für das afrikanische Land. Auch einige europäische Länder froren ihre Hilfen ein.