Bei einem Freundschaftsspiel in Österreich zwischen Mannschaften aus Israel und Frankreich haben propalästinensische Fußballfans aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen den Rasen gestürmt. Die Fans rannten drei Minuten vor Schluss mit palästinensischen Fahnen auf das Spielfeld in Bischofshofen und griffen mehrere Spieler der Mannschaft von Maccabi Haifa an. Nach einem Handgemenge wurden sie von Sicherheitsleuten weggeführt. Der Schiedsrichter brach das Spiel aus Sicherheitsgründen ab. Die Mannschaft von OSC Lille führte zu diesem Zeitpunkt 2:0.

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) reagierte empört auf den Vorfall: "Gäste, die sich in Österreich aufhalten, haben das Recht, das in Sicherheit zu tun; unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer religiösen Zugehörigkeit".

Maccabi Haifa erklärte nach dem Spiel gegenüber der Jerusalem Post, der Club glaube an "Koexistenz und Toleranz". "Wir verurteilen die Gewalt, die gegen uns eingesetzt wurde. Dies geschah nicht wegen Sport oder Fußball, sondern weil wir ein Team sind, das Israel repräsentiert." In seinem nächsten Spiel trifft Maccabi Haifa am Samstag auf den SC Paderborn.

Proteste gegen die israelische Militäroffensive gab es auch in Paris. Am Mittwochabend gingen erneut Tausende Demonstranten auf die Straße. Die Organisatoren sprachen von 25.000 Teilnehmern, die Polizei von 14.500. Die Demonstration war von den Behörden unter strengen Sicherheitsauflagen genehmigt worden, nachdem am Wochenende zwei Kundgebungen trotz eines Verbots in Ausschreitungen geendet hatten.

An der Kundgebung nahmen auch Politiker teil, darunter die frühere grüne Umweltministerin Dominique Voynet, der Co-Vorsitzende der Linkspartei, Jean-Luc Mélenchon, und mehrere Abgeordnete der regierenden Sozialisten. Innenminister Bernard Cazeneuve hatte für den Fall antisemitischer Parolen mit Festnahmen gedroht – 16 Menschen wurden inhaftiert. In anderen französischen Städten wie Toulouse, Lyon, Lille oder Reims, verliefen die Proteste friedlicher.

Die israelische Armee greift seit 16 Tagen den Gazastreifen an, um gegen die palästinensische Hamas-Bewegung vorzugehen und den Raketenbeschuss Israels zu unterbinden. Bei dem Einsatz wurden mehr als 700 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen waren Zivilisten. International wächst die Kritik wegen der hohen Zahl ziviler Opfer.