Eine Malaysia-Airlines-Maschine am Flughafen von Kuala Lumpur © Edgar Su/Reuters

Wenige Tage nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Malaysia-Airlines-Flugzeuges über der Ostukraine hat die Fluggesellschaft eine Ausweichroute über ein anderes stark umkämpftes Krisengebiet gewählt: Wie Malaysia Airlines am späten Montagabend bestätigte, war der Flug MH4 von Kuala Lumpur nach London am Sonntag über Syrien unterwegs, wo Regierungstruppen und Rebellen seit mehreren Jahren mit schweren Waffen gegeneinander kämpfen.   

Malaysia Airlines verteidigte die Wahl der Flugroute in einer Mitteilung: MH4 sei auch im syrischen Luftraum auf einer Route geflogen, die von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO freigegeben war. Die Sicherheit von Passagieren und Crew hätten für Malaysia Airlines höchste Priorität, hieß es weiter.

Bekannt wurde die ungewöhnliche Route des Malaysia-Airlines-Fluges am Montag durch einen Tweet des Flugdaten-Dienstleisters Flightradar24. Späteren Angaben des Unternehmens zufolge war MH4 laut der Datenbank der einzige Interkontinentalflug an diesem Tag, der den syrischen Luftraum nutzte. Auch sonst werde die Route äußerst selten gewählt.        

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtete, nutzte Malaysia Airlines für seine Verbindung von Kuala Lumpur nach London in der Vergangenheit eine Flugroute über die Ostukraine. Nach dem Absturz von Malaysia-Airlines-Flug MH17 am Donnerstag wurde der Luftraum über dem Gebiet gesperrt. Auch die Flüge über der Ukraine waren vor dem Vorfall ab einer bestimmten Höhe von Luftfahrtorganisationen freigegeben.

Im Fall von Syrien warnt die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA bereits seit Längerem vor Überflügen. Sie rate Fluglinien strikt davon ab, den Luftraum zu nutzen, hieß es in einer Mitteilung vom vergangenen Jahr.