An der Absturzstelle des malaysischen Flugzeugs in der Ostukraine sind nach Angaben der australischen Außenministerin bis zu 80 Leichen noch nicht geborgen. Julie Bishop sprach im australischen Rundfunk von großer Frustration, weil die Ermittler wegen der anhaltenden Kämpfe nicht zur Absturzstelle vordringen können. Sie erhob neue Vorwürfe gegen Russland: "Meine große Sorge ist, dass Russland den Prozess aktiv untergräbt." Bishop hält sich derzeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auf.

Unter Bezug auf Geheimdienstinformationen sagte sie: "Danach sieht es ganz so aus, dass die Raketen von russischer Seite kommen und die Separatisten schwer bewaffnet sind. Sie haben Artillerie, sie haben Raketen. So etwas kauft man nicht im Laden an der Ecke."  

Flug MH17 von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord war am 17. Juli im Osten der Ukraine abgestürzt. Kiew und die prorussischen Separatisten werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und den Rebellen machen internationalen Experten den Zugang zum Unglücksort unmöglich.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte deshalb am Mittwoch Verhandlungen mit der russischen Seite in Belarus (Weißrussland) vorgeschlagen, die heute beginnen könnten.