Eine Woche nach der Tötung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen ist es in der US-Kleinstadt Ferguson erneut zu Ausschreitungen gekommen. Nachdem die Polizei das Todesopfer Michael Brown in einer Pressekonferenz des Ladendiebstahls bezichtigt hatte, zogen in der Nacht Randalierer durch die Straßen der Stadt im US-Bundesstaat Missouri und plünderten Geschäfte. Die neue Randale folgte auf eine friedliche Demonstration in der Stadt. US-Medienberichten zufolge versuchten Teilnehmer der Demonstration, die Plünderungen zu verhindern.

Nach Polizeiangaben soll Brown, kurz bevor er getötet wurde, eine Packung Zigarren im Wert von 49 Dollar gestohlen haben. Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen einer Überwachungskamera, auf denen der Diebstahl zu sehen sein soll. Der Täter trägt in dem Video T-Shirt, Khaki-Shorts und Sandalen – wohl die gleiche Kleidung, die Brown an dem Tag trug.

Browns Eltern reagierten empört. Sie warfen der Polizei vor, ihren Sohn, der keine kriminelle Vergangenheit habe, in ein schlechtes Licht zu rücken. Keine der vorgelegten Fakten könne "die hinrichtungsartige Tötung ihres Kindes durch einen Polizisten rechtfertigen, während er die Hände hoch hielt, was weltweit das Zeichen des Sich-Ergebens ist", teilten die Anwälte der Familie mit.

Seit der Tötung des 18-Jährigen am 9. August hatte es in Ferguson tagelang Zusammenstöße zwischen Demonstranten und schwer bewaffneten Polizisten gegeben. Nach fünf Tagen wurden die örtlichen Polizeikräfte abgezogen und die Polizei des Bundesstaates – angeführt von einem schwarzen Beamten – übernahm die Verantwortung für die Sicherheit in der Stadt. Daraufhin hatte sich die Lage zunächst beruhigt.