Die Regierung in Bangkok reagiert auf die Empörung über den Fall eines bei einer thailändischen Leihmutter zurückgelassenen Babys. Sie kündigte härtere Maßnahmen gegen Schwangerschaftsgeschäfte an. Kommerzielle Leihmutterschaften will Thailands Regierung gesetzlich verbieten. Dem Gesetzentwurf zufolge dürfen Leihmütter nur noch für Verwandte Kinder austragen. Bezahlt werden dürfen sie aber nicht. "Das Gesetz wird vor Ende des Jahres in Kraft treten", sagte der Chef der Rechtsabteilung im Ministerium für öffentliche Gesundheit, Chatree Pinyai. Eine schnellere Umsetzung sei nicht möglich. 

Bislang sind Leihmuttergeschäfte in Thailand nicht ausdrücklich verboten. Das Thema hatte Diskussionen ausgelöst, nachdem vor einigen Wochen der Fall eines thailändischen Jungen bekannt wurde, der von einem australischen Paar bei seiner Leihmutter zurückgelassen worden war. Das Baby war mit Down Syndrom und einem Herzfehler geboren worden. Die biologischen Eltern ließen den Jungen zurück und nahmen nur seine gesunde Zwillingsschwester mit nach Australien. Die Leihmutter hatte sich nach eigener Aussage an die Presse gewandt, weil sie kein Geld für die Behandlung des Jungen hatte. Zahlreiche Australier spendeten für die Versorgung des Babys.

In dem Zusammenhang wird offenbar auch an Thailands Grenzen härter kontrolliert. Paare aus den USA und Australien sollen daran gehindert worden sein, mit von Leihmüttern ausgetragenen Babys das Land zu verlassen. Zwei Paare aus Australien wurden am Flughafen von Bangkok gestoppt, berichtet der australische Sender ABC. Sie hätten eine richterliche Genehmigung vorlegen müssen, um die Kinder außer Landes zu bringen, hieß es. Ebenso sei es am Mittwoch zwei US-Paaren ergangen.