Ein Sexualstraftäter in Belgien darf nach fast 30 Jahren in Haft sterben. Dies hatte der 52 Jahre alte Mann selbst beantragt. Ein Berufungsgericht in Brüssel billigte nun den Antrag des Häftlings auf Sterbehilfe endgültig. 

Der Mann ist wegen mehrfacher Vergewaltigung und Mordes verurteilt worden. Nach eigenen Angaben leidet er stark unter seinen sexuellen Wahnvorstellungen. Da er nach eigenen Angaben nicht ausreichend therapiert wurde, will er sterben und seinen nach eigenem Bekunden "unerträglichen psychischen Qualen" in der Haft ein Ende setzen.

Der Mann betrachtet sich selbst als Gefahr für die Gesellschaft und will daher nicht freigelassen werden. Zugleich bezeichnet er seine Haftbedingungen als unmenschlich. Er beantragte daher gemäß geltender Gesetze, in einer niederländischen Spezialklinik behandelt zu werden oder Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu dürfen. In Belgien ist seit 2002 die Sterbehilfe erlaubt – nicht nur für Todkranke, sondern auch für Menschen, die psychisch leiden.

Im Februar legalisierte das belgische Parlament auch die Sterbehilfe für Kinder, die unheilbar krank sind und unter schwersten Schmerzen leiden. Im vergangenen Jahr nahmen in Belgien 1.807 Menschen Sterbehilfe in Anspruch, so viele wie noch nie zuvor in einem Jahr.