Erstmals ist ein Mann in die USA eingereist, dessen Ebola-Infektion Ärzte erst dort diagnostiziert haben. Dies bestätigte ein Sprecher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Der Patient hat sich offenbar im westafrikanischen Liberia angesteckt.

Bereits am 20. September war der Mann an Bord eines Flugzeugs in den USA angekommen. Vier Tage später entwickelte er erste Symptome einer Erkrankung. Weitere zwei Tage später, am Freitag, den 26. September, suchte er einen Arzt auf und wurde zunächst wieder nach Hause geschickt. Am Sonntag wurde er schließlich ins Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas eingeliefert. Hier behandelten ihn Mediziner auf einer Intensivstation und stellten ihn unter Quarantäne.

Da Menschen mit Ebola andere erst anstecken können, wenn sie erste Symptome wie etwa Fieber zeigen, habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Mitreisenden auf dem Flug in die USA bestanden, sagte Tom Frieden, der Direktor der CDC während einer Pressekonferenz. Allerdings schloss er nicht aus, dass der Patient später andere Menschen ansteckte. "Jemand, der mit dieser Person Kontakt hatte, könnte sicherlich in den kommenden Wochen an Ebola erkranken", sagte Frieden.

Genaue Details über den Zustand und die genaue Herkunft des Erkrankten gaben das Krankenhaus sowie die CDC bislang nicht bekannt. Die Mediziner und Mitarbeiter des Texas Health Presbyterian Hospitals befolgen derzeit alle nötigen Sicherheitsauflagen, um andere Patienten der Klinik sowie das Personal vor einer Infektion zu schützen, hieß es.

Der betroffene Mann ist nicht der erste Ebola-Infizierte, der in den USA behandelt wird. Vier US-Bürger mit Ebola waren in Atlanta und Omaha in den vergangenen Wochen in Spezialkliniken eingeliefert worden. Ehe sie unter strengen Quarantänemaßnahmen in die USA ausgeflogen worden waren, hatten Mediziner in Westafrika das Virus bei ihnen festgestellt.

Seitdem Ebola im Dezember 2013 in Guinea ausgebrochen ist, hat sich die Seuche dort und vor allem in Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Die  Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bislang mehr als 6.500 Ebola-Fälle registriert. Mehr als 3.000 Menschen sind bereits nachweislich an den Folgen der Infektion gestorben. Gesundheitsexperten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer nicht gezählter Fälle aus. 

Der Ausbruch in Westafrika hat zur größten Ebola-Epidemie der Geschichte geführt. Die WHO rechnet bis Ende November mit mehr als 20.000 Infizierten. Die CDC schätzt in ihrem Worst-Case-Szenario, dass sich sogar insgesamt mehr als eine Million Menschen bis Anfang 2015 angesteckt haben könnten.