Im Mittelmeer sind vermutlich bis zu 700 Flüchtlinge gestorben. Ein Flüchtlingsboot mit etwa 500 Menschen an Bord sei am Donnerstag vor Malta vorsätzlich von Menschenschmugglern versenkt worden, berichtete die Internationale Organisation für Migration (IOM).

Bei den 500 verunglückten Flüchtlingen soll es sich vor allem um Syrer, Palästinenser, Ägypter und Sudanesen handeln. Nach Angaben von IOM hatte das Schiff vor mehr als einer Woche im ägyptischen Hafen Damietta abgelegt. IOM beruft sich auf zwei palästinensische Flüchtlinge, die am Samstag von einem italienischen Frachter gerettet und nach Sizilien gebracht worden waren.

Die beiden Überlebenden sagten, dass Menschenschmuggler das Schiff versenkt hatten, nachdem sich die Flüchtlinge geweigert hatten, auf hoher See in ein anderes Schiff umzusteigen. Sie seien danach mindestens 36 Stunden schiffbrüchig gewesen, bevor sie gerettet wurden.

160 Flüchtlinge sterben vor Libyen

Vor der libyschen Küste sind über 160 Menschen ertrunken als ihr Boot kenterte. 36 Flüchtlinge konnten gerettet werden, wie ein Sprecher der libyschen Marine der Nachrichtenseite Al-Wasat berichtete. Das Boot habe mehr als 200 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern Afrikas an Bord gehabt, die versucht hätten, nach Europa zu gelangen.

Die Überlebenden des Unglücks, das sich am Sonntag unweit der Hafenstadt Tadschura rund 20 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis ereignet hat, wurden in Krankenhäuser gebracht. Eine große Zahl Leichen habe im Wasser getrieben, sagte der Marinesprecher und beklagte, dass es an Mitteln fehle, um die Toten aus dem Meer zu holen. Mit Einbruch der Dunkelheit habe die Bergung abgebrochen werden müssen.

Ende August hatte sich vor der libyschen Küste ein ähnliches Unglück ereignet, bei dem 200 Menschen starben. Nach Angaben der IOM sind seit Anfang des Jahres etwa 108.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Italien gekommen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wären es 43.000 gewesen. Die Entfernung zwischen der italienischen Insel Lampedusa und der libyschen Küste beträgt knapp 300 Kilometer.