Ein Graffito von MH17 © Mohd Rasfan/AFP/Getty Images

Für Hinweise auf den Abschuss der Passagiermaschine MH17 hat ein anonymer Auftraggeber 30 Millionen US-Dollar ausgelobt. Beauftragt mit der Suche nach den Verantwortlichen sei ein deutscher Privatermittler, berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital. Er solle herausfinden, wer am 17. Juli das Flugzeug der Malaysian Airlines über der Ostukraine abgeschossen hat.

Veröffentlicht wurde der Aufruf auf der Internetseite der Wirtschaftsdetektei Wifka, die bei Lübeck ansässig ist. Darin heißt es: "Wer hat am 17. Juli das Flugzeug MH17 abgeschossen? Wer hat den Abschuss angeordnet? Wer deckt die Tat?" Das Kopfgeld sei für Hinweise ausgelobt, die belegen könnten, wer hinter der Tat stehe. Das Geld sei sicher in der Schweiz hinterlegt und könne in Zürich oder einem gewünschten neutralen Ort ausbezahlt werden. "Eine neue Identität wird auf Wunsch durch den Auftraggeber zugesichert", heißt es weiter. 

Die Aufgabe von Privatermittler Josef Resch ist es dem Bericht zufolge, die Hinweise zu sammeln, auszuwerten und zu verifizieren. Der Privatermittler sei überzeugt, dass die Belohnung Mitwisser der Tat animieren werde, auszupacken. "Jeder ist käuflich, es ist nur eine Frage der Summe", wird Resch zitiert. Der Privatermittler bestätigte ZEIT ONLINE seine Aussagen telefonisch.

Viele Theorien über anonyme Auftraggeber

Wer das Millionen-Kopfgeld ausgelobt hat, ist nicht klar. Nicht einmal Resch kenne die Identität seiner Auftraggeber, heißt es in dem Bericht. Es habe mehrere Treffen in verschiedenen Ländern gegeben, bei denen einer der Mittelsmänner mit Schweizer Akzent gesprochen habe.

Weiter wird Resch mit den Worten zitiert, dass er politische oder wirtschaftliche Motive hinter der Jagd vermute: "Wenn man sich fragt, wer so viel Geld investieren kann, bleiben nicht viele Möglichkeiten übrig." Theorien könne Resch viele aufstellen, ausschließen möchte er auch nichts, auch nicht, dass ein Geheimdienst der Auftraggeber sein könnte. Vielleicht seien es aber auch russische Oligarchen, die Präsident Wladimir Putin beschädigen und aus dem Amt treiben wollten. Ihre Geschäfte litten schließlich unter den Sanktionen, die der Kreml durch seine Ukrainepolitik provoziert habe.

Die Passagiermaschine MH17 wurde durch eine Vielzahl hochenergetischer Objekte zum Absturz gebracht, die das Flugzeug von außen durchbohrten. Das ist das Ergebnis eines Zwischenberichts, den niederländische Ermittler am 9. September, also etwa sieben Wochen nach dem Absturz, vorlegten. Der Bericht legt somit nahe, dass die Maschine tatsächlich von einer Rakete abgeschossen wurde. Trotzdem bleibt bisher die Frage offen, wer für den Beschuss verantwortlich ist.