Blumen an der Absturzstelle von Malaysia Airlines-Flug MH17 in der Nähe des Dorfes Hrabove in der Region Donezk © Marko Djurica/Reuters

Zwei Monate nach dem Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeugs MH17 über der Ostukraine hat ein Anwalt Klagen der Hinterbliebenen der deutschen Opfer angekündigt. Die Betroffenen wollten den ukrainischen Staat in den kommenden zwei Wochen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen, kündigte der Rechtsanwalt und Professor für Luftfahrtrecht, Elmar Giemulla, in Bild am Sonntag an. Als Vertreter der drei deutschen Opferfamilien wolle er außerdem Schmerzensgeldforderungen von je mindestens einer Million Euro stellen.

Der Vorwurf lautet Totschlag durch Unterlassen in 298 Fällen. Nach Einschätzung des Juristen hat die Ukraine in Kauf genommen, dass Hunderte von Menschen ums Leben kamen. "Nach internationalem Recht ist jeder Staat für den Luftraum über seinem Staatsgebiet verantwortlich, wenn er ihn für Durchflüge öffnet", sagte Giemulla. Könne ein Staat die Sicherheit nicht gewährleisten, müsse er seinen Luftraum sperren. Dies sei nicht geschehen.

Malaysia Airlines habe den Hinterbliebenen bisher eine Vorauszahlung von 5.000 Euro geleistet und bereite eine weitere Auszahlung von 50.000 Euro pro Opfer vor, so der Jurist. Die Maschine mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli auf dem Weg nach Kuala Lumpur abgestürzt, alle 298 Menschen an Bord starben. Unter den Opfern waren auch vier Deutsche. Ursache war vermutlich Raketenbeschuss, wie es in einem Zwischenbericht niederländischer Ermittler heißt.

Die ukrainische Regierung geht davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Russland sieht die Verantwortung bei der ukrainischen Regierung.