Ab dem 1. Januar 2015 treten mehrere neue Regeln in Kraft. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde greift. Das bedeutet bei einer 40-Stunden-Woche ein Einkommen von 1.473 Euro brutto im Monat. Der Mindestlohn gilt bis auf wenige Ausnahmen und Übergangsregelungen grundsätzlich für jeden Menschen, der in Deutschland arbeitet. Nach Schätzung von Experten können etwa 3,7 Millionen Beschäftigte im Niedriglohnsektor nun mit höheren Löhnen rechnen.  

Ausnahmen gelten etwa für Langzeitarbeitslose: Um ihnen den Job-Einstieg zu erleichtern, kann in den ersten sechs Monaten vom Mindestlohn abgewichen werden. Für Unter-18-Jährige ohne Berufsabschluss, Auszubildende und Menschen mit Pflichtpraktika oder Praktika unter drei Monaten gilt der Mindestlohn nicht.  

Rente

Der Rentenbeitragssatz sinkt von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent. Bis 2018 soll er unverändert bleiben.  

Porto

Die Post erhöht ihr Porto. Standardbriefe kosten nun 62 Cent anstelle von bisher 60 Cent. Die Preise für etwas schwerere Sendungen, die sogenannten Kompaktbriefe, sinken dagegen von bisher 90 Cent auf nun 85 Cent. Bei noch größeren Briefsendungen bleiben die Kosten konstant.

Hartz IV

Die Regelsätze für Empfänger von Hartz-IV-Leistungen steigen um gut zwei Prozent. Alleinstehende erhalten somit nun einen Betrag von 399 Euro und damit 8 Euro mehr als bisher.

Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen können wieder über einen Teil der Beiträge selbst bestimmen. Dazu wird der bisherige Beitrag um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt. Auf diesem Niveau ist es den Kassen möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben. Der dürfte im ersten Jahr bei fast allen Kassen um die 0,9 Prozentpunkte betragen. Erwartet wird, dass er dann deutlich steigt. Gesundheitsminister Hermann Gröhe verspricht sich mehr Wettbewerb unter den Kassen.

Gesundheitskarte

Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) löst zum Jahresanfang endgültig die alte Krankenversicherungskarte ab. Unabhängig vom aufgedruckten Datum verliert diese ihre Gültigkeit. Die neue Karte soll den Austausch von Patientendaten zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken verbessern. Die Karte ist aus Datenschutzgründen umstritten. Kritiker befürchten, dass sensible Gesundheitsdaten ausspioniert werden könnten.

Nummernschilder

Autobesitzer dürfen ihr Kennzeichen bei Umzügen in ganz Deutschland mitnehmen. Die Pflicht zur Umkennzeichnung für den neuen Zulassungsbezirk entfällt. Das bedeutet, dass ein Mensch, der von München nach Berlin zieht, das "M" für München auf seinem Nummernschild behalten kann. Ummelden muss er seinen Wagen aber weiterhin.

Pflegeversicherung

Die Leistungsbeträge steigen um vier Prozent. Das bringt etwa in vollstationärer Pflege bei Stufe Eins 1.064 Euro – 41 Euro mehr. Die Kurzzeit- und Verhinderungspflege kann besser miteinander kombiniert werden. Zu Hause Gepflegte sollen leichter vorübergehend in einem Heim oder von ambulanten Diensten betreut werden können. Tages- und Nachtpflege kann ungekürzt neben Geld- und Sachleistungen beansprucht werden. Der Anspruch auf Betreuung durch Helfer in der ambulanten Pflege wird ausgeweitet – auch mit Hilfe im Haushalt oder Alltagsbegleiter.

Familienpflegezeit

Arbeitnehmer bekommen Unterstützung, wenn sie einen Angehörigen pflegen. So können sie eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen nehmen. Zudem wird eine Familienpflegezeit von bis zu zwei Jahren eingeführt, in der ein Beschäftigter seine Wochenarbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren kann. Neu ist auch der Anspruch auf ein zinsloses Darlehen, das während der monatelangen Pflegezeiten das fehlende Einkommen ausgleichen soll. Auf sechs Monate Pflegezeit ohne Darlehen haben die Arbeitgeber schon heute Anspruch.

Asyl

Asylsuchende und geduldete Ausländer sind nicht mehr verpflichtet, sich ausschließlich in ihrem Landkreis aufzuhalten. Sobald sie sich drei Monate in Deutschland aufgehalten haben, entfällt die sogenannte Residenzpflicht. Sie können sich damit frei im Bundesgebiet bewegen. Zudem erhalten Leistungsberechtigte vorrangig Geld statt Sachleistungen.

Biomüll

Essensreste und andere organische Abfälle müssen nun in ganz Deutschland getrennt gesammelt werden. Laut Bundesumweltministerium haben bereits rund 340 der etwa 400 Stadt- und Landkreise eine Biotonne eingeführt, jetzt müssen die restlichen nachziehen. Das soll dazu beigetragen, dass die Stoffe verstärkt für Biogasanlagen oder etwa als Düngemittel genutzt werden können.