Im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja hat es im Generatorbereich technische Probleme gegeben. Nach Angaben des Betreibers wurde der dritte der insgesamt sechs Blöcke am vergangenen Freitag abgeschaltet. In Teilen des Landes war daher die Stromversorgung unterbrochen.

Radioaktivität sei nicht ausgetreten, da der Reaktor nicht betroffen gewesen sei, sagte Energieminister Wolodimir Demtschischin. Die Panne sei von keiner größeren Bedeutung.

Wie eine Sprecherin des Kraftwerks der Welt sagte, war die Elektronik gestört. Nach Informationen des Bundesumweltministeriums gab es einen Brand im nicht-nuklearen Teil der Anlage. Der Block soll den offiziellen Angaben zufolge am Freitag wieder ans Netz gehen.  

Saporischschja hat sechs Blöcke mit einer Leistung von je 1.000 Megawatt. Damit ist es eines der größten Atomkraftwerke Europas. Es versorgt einen großen Teil der Ukraine. Laut Interfax schaltete der nationale Energieversorger nach der Panne den Strom gezielt in einzelnen Regionen ab, um die anderen Kraftwerke zu entlasten.   

Der älteste Block ist 30 Jahre alt

Agenturen zitierten Premier Arsenij Jazenjuk, es habe einen Atomunfall gegeben – was Erinnerungen an die Katastrophe von Tschernobyl weckte. Jazenjuk kündigte eine Pressekonferenz des Energieministers an. 1986 hatte es in Tschernobyl eine Nuklearkatastrophe gegeben, die Auswirkungen reichten bis nach Mitteleuropa.     

Nach Angaben der Internationalen Atom-Energie-Agentur IAEA ging der älteste Block des Kraftwerks 1984 ans Netz, der letzte 1995. Das AKW liegt rund 500 Kilometer südöstlich von Kiew am Fluß Dnepr. Die Ukraine erzeugt fast 44 Prozent ihres Stroms aus Atomkraft. Zurzeit sind der IAEA zufolge 15 Kraftwerke in Betrieb und zwei im Bau.