Im Prozess um die Todesschüsse auf den deutschen Austauschschüler Diren D. im US-Bundesstaat Montana ist der Täter schuldig gesprochen worden. Das Geschworenengericht verurteilte den 30-jährigen Markus K. in Missoula wegen Mordes. Das Strafmaß legt der Richter erst im Februar fest. Möglich ist nach geltendem Recht eine Gefängnisstrafe zwischen zehn und 100 Jahren. Die Verteidigung will in Berufung gehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zum Prozessauftakt den Vorwurf, es habe sich um Mord gehandelt, erneuert. K. habe gewusst, dass der 17-jährige Diren unbewaffnet gewesen sei und dennoch sofort geschossen. Der Angeklagte, ein damals 29-jähriger Feuerwehrmann, hatte den Austauschschüler im April erschossen, als dieser in seine Garage eingedrungen war. Was Diren dort wollte, ist unklar. Möglicherweise hatte es sich um eine Mutprobe gehandelt.   

Die Geschworenen folgten mit ihrem Urteil der Staatsanwaltschaft, die K. vorgeworfen hatte, Diren für einen Einbrecher gehalten und deshalb "quasi hingerichtet" zu haben. Die Verteidigung hatte auf nicht schuldig plädiert und sich auf das sogenannte Castle-Doctrine-Gesetz berufen, das Hausbesitzern in Not den Griff zur Waffe gewährt. Der Schütze, bei dem kurze Zeit zuvor eingebrochen worden sei, habe sich und seine Familie in Gefahr gewähnt. Diren habe in der Garage "nichts Gutes im Schilde geführt". Die Staatsanwältin sagte in ihrem Plädoyer, Diren sei ein Teenager gewesen, "der Fehler machte, die Teenager machen". Er sei gewaltsam hingerichtet worden.

Selbstjustiz statt Selbstverteidigung

Mit ihrem Urteil setzten die Geschworenen in Missoula ein Signal: Die Castle-Doktrin hat ihre Grenzen. Nach ihrer Auslegung handelte K. nicht aus der Not, sich zu verteidigen, sondern aus Rache.  

"Jeder muss seine Strafe bekommen, die er verdient", sagte Direns Vater nach der Urteilsprechung. Die Eltern hatten den Prozess in Missoula verfolgt. Der Fall wurde vor allem in Deutschland beachtet, in den USA dagegen kaum.