Der Präsident des Deutschen Städtetags, Ulrich Maly, sieht in der deutschen Gesellschaft eine "große Hilfsbereitschaft" für Flüchtlinge. Das große Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer sei ein "starkes Signal" und werde bei der Integration "sehr helfen", sagte der Oberbürgermeister von Nürnberg und SPD-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Derzeit helfen die meisten Freiwilligen dabei, die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik unterzubringen. Das sei erst der Anfang, ihre Eingliederung in die Gesellschaft werde weit schwieriger und sei von den Behörden nicht allein zu bewältigen, sagte Maly. "Diese Aufgabe liegt erst noch vor uns."

Viele Menschen in Deutschland haben in den vergangenen Monaten damit begonnen, ehrenamtlich zu helfen. Sie nehmen Flüchtlinge in ihre Wohngemeinschaften auf, spenden ihnen Möbel oder helfen den Kindern bei den Hausaufgaben. "Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend", zitierte die FAS die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt. "Wie ein Lauffeuer, es ist Wahnsinn."

In zahlreichen Städten hätten die Verwaltungen eigens Mitarbeiter abgestellt, um die Arbeit von Freiwilligen zu koordinieren, berichtet die FAS. Die großen Wohlfahrtsverbände hätten Hotlines eingerichtet für Menschen, die Flüchtlingen helfen wollen.

Die Debatte um die deutsche Flüchtlingspolitik wird derzeit vor allem von den Aktivitäten der islamfeindlichen Bewegung Pegida bestimmt. In den vergangenen Wochen nahmen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden regelmäßig Tausende Menschen an Kundgebungen der Bewegung teil und forderten unter anderem ein strengeres Asylrecht. Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes".

Pegida eine "Schande für Deutschland"

Die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi warnte in der Welt am Sonntag vor einer Eskalation: "Die Pegida-Organisatoren betätigen sich als geistige Brandstifter." Vor einer vermeintlichen Islamisierung des Abendlandes zu warnen, sei purer Populismus. "Durch eine solche Atmosphäre fühlen sich manche Wahnsinnige zu Anschlägen auf Flüchtlingsheime ermuntert wie zuletzt in Franken", sagte Fahimi. 

Der AfD hielt Fahimi vor, sie wolle sich an die Spitze von Pegida stellen, um daraus politisch Kapital zu schlagen. "Der Fremdenhass und die Angst vor jeder Veränderung eint beide Gruppen", sagte sie. "Die AfD offenbart damit immer mehr ihr wahres Gesicht." Pegida sei eine "Schande für Deutschland". Jedoch sei Deutschland "nicht Pegida", sondern weltoffen und tolerant.