Der deutsche Entertainer Karl Dall ist vom Vorwurf der Vergewaltigung einer Schweizer Journalistin freigesprochen worden. Das Bezirksgericht Zürich-Limmat kam zu dem Schluss, dass keine hinreichenden Beweise gegen den 73-Jährigen vorliegen und folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Nach Ansicht des Gerichts gab es in den Aussagen der Frau viele Ungereimtheiten. Das Gericht sprach Dall eine Entschädigung von 10.000 Franken (rund 8.300 Euro) zu.

Eine rund 30 Jahre jüngere Frau hatte Dall vor einem Jahr angezeigt und behauptet, Dall habe sie Anfang September 2013 in seiner Suite in einem Zürcher Hotel mit Gewalt zum Sex gezwungen. Dall hatte die Vorwürfe stets bestritten. Es sei zwischen ihm und der Klägerin niemals zu sexuellen Handlungen gekommen, sagte er.

Der Staatsanwalt hatte für den 73-Jährigen eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung gefordert – räumte in seinem Plädoyer jedoch selbst ein, dass die Glaubwürdigkeit der Frau nicht besonders groß sei. Zudem stünde Aussage gegen Aussage. Dies mache aber eine Vergewaltigung "nicht von Anfang an unmöglich". Die Aussagen der Frau bei ihrer polizeilichen Vernehmung seien zudem durchaus plausibel gewesen.

Der Anwalt der Frau hatte in seinem Plädoyer auch Schadenersatz verlangt. Dalls Verteidigung hatte diese Forderung als unbegründet zurück. Vielmehr stehe dem zu Unrecht angeschuldigten Komiker eine Entschädigung für seine viertägige Untersuchungshaft sowie seine Kosten im Zusammenhang mit dem Verfahren zu. Dieser Einschätzung folgte das Gericht.