Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014. © Fabrizio Bensch/Reuters

Das Wort des Jahres 2014 ist Lichtgrenze. Diese Entscheidung gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bekannt. Das Wort bezieht sich auf die Lichtinstallation zum Mauerfalljubiläum in Berlin. Das Wort spiegele "in besonderer Weise die großen Emotionen wider, die das Ende der DDR im Herbst 1989 auch 25 Jahre später noch in ganz Deutschland hervorruft", hieß es zur Begründung. 

Entlang des Verlaufs der Berliner Mauer erinnerten im November mehr als 8.000 weiße, leuchtende Ballons an die frühere Teilung der Stadt. "Die filigrane Durchlässigkeit der Installation und das Aufsteigen der Ballons auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten symbolisierten beeindruckend die Auflösung und Aufhebung der einst in jeder Hinsicht dunklen Demarkationslinie", schrieb die GfdS-Jury zur Begründung. 

Das Wort Lichtgrenze hatte die Jury nach eigenen Angaben zunächst nicht auf ihrer Liste. Erst in der Diskussion sei der Vorschlag aufgekommen, der dann für das gesamte Auswahlgremium so überzeugend gewesen sei, dass er alle anderen Kandidaten für das Wort des Jahres aus dem Rennen geworfen habe, heißt es in der Erklärung der GfdS.

Schwarze Null auf Platz zwei

Auf Platz zwei wählte die Jury den Ausdruck schwarze Null. Er stehe wie kein anderer für die Bemühungen der schwarz-roten Koalition um einen ausgeglichenen Haushalt. Erstmals seit mehr als 45 Jahren wolle die Bundesregierung 2015 ohne neue Schulden auskommen – "ein Ziel, dem fast alles andere untergeordnet werde, das aber politisch keineswegs unumstritten ist", schrieb die Jury. 

Mit der "grammatisch genau genommen als Satz zu interpretierenden Wortprägung Götzseidank" (Platz drei) würdigt die GfdS das Siegtor von Mario Götze gegen Argentinien in der 113. Minute des WM-Finales. Mit dem vierten Platz, dem – als deutsches Fremdwort – ebenfalls bereits ins Englische entlehnten Russlandversteher, greift die GfdS die öffentliche Debatte auf, die in Deutschland nach der russischen Übernahme der Krim und dem von Russland beeinflussten ukrainischen Bürgerkrieg entstand.

Auf den weiteren Plätzen landeten die Begriffe bahnsinnig (GdL-Streik), Willkommenskultur, Social Freezing, Terror-Tourismus, Freistoßspray und Generation Kopf.

Die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gesellschaft zusammensetzte, wählte nach eigenen Angaben aus diesmal rund 2.300 Belegen die zehn Wörter und Wendungen aus, "die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben". 

Im Jahr 2013 lautete das Wort des Jahres GroKo (große Koalition).