Jeder dritte Deutsche teilt die Ansicht des fremdenfeindlichen Bündnisses Pegida, dass es eine zunehmende Islamisierung Deutschlands gebe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts TNS Forschung im Auftrag des Spiegel. Für zwei von drei Bürgern (65 Prozent) geht die große Koalition demnach außerdem nicht ausreichend auf Sorgen zu Flüchtlingspolitik und Zuwanderung ein.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich besorgt über den Zulauf zu den Pegida-Demonstrationen: "Mich besorgt, wie schnell die Teilnehmerzahl bei den Demonstrationen innerhalb weniger Wochen in die Höhe geschnellt ist", sagte er dem Spiegel

Der Minister stellte zudem eine Verbindung zwischen Pegida und der rechtspopulistischen Partei AfD her. "In dieser Gruppe gibt es viele Menschen, die sich sorgen vor den Herausforderungen unserer Zeit. Es geht um Flüchtlinge, die Angst vor angeblich drohender Islamisierung, den Euro. Ich sehe Schnittmengen mit den Anhängern der AfD." Laut der TNS-Umfrage halten es 54 Prozent der Befragten für richtig, dass die CDU jedwede Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt; gut ein Drittel hält den Kurs für falsch.

Der Spiegel berichtete, in mehreren Bundesländern seien AfD-Funktionäre mit dem Aufbau weiterer "Pegida-ähnlicher" Gruppen befasst. Das Magazin zitierte den AfD-Landesvorsitzenden in Brandenburg, Alexander Gauland, mit den Worten: "Wir sind die natürlichen Verbündeten dieser Bewegung." 

Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Erst am Montagabend hatten in Dresden 10.000 Menschen an einer erneuten Kundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses teilgenommen. Pegida protestiert seit Oktober wöchentlich in Dresden gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes und fordert Asylrechtsverschärfungen. In mehreren Städten gibt es mittlerweile Ableger der Bewegung.