Teilnehmer einer Pegida-Demonstration in Dresden © Sean Gallup/Getty Images

Der Privatsender RTL zieht die Konsequenzen aus einer umstrittenen Aktion während einer Pegida-Demonstration und feuert einen Reporter. "Unser Mitarbeiter hat einen Fehler begangen, der nicht zu entschuldigen ist", sagte der Chef des RTL-Landesstudios Ost, Thomas Präkelt, gegenüber FAZ.net.

Der Reporter hatte sich unter die Teilnehmer einer Pegida-Demonstration in Dresden gemischt, ohne deutlich zu machen, dass er als Journalist vor Ort ist. Einem ebenfalls anwesenden Fernsehteam des NDR spielte er vor, ein überzeugter Pegida-Demonstrant zu sein, im Interview äußerte er islamfeindliche Ansichten.  

Später rief der Reporter beim NDR an und stellte klar, dass die Aussagen nicht seiner Meinung entsprächen. Da hatte der Sender allerdings das Interview bereits im Internet veröffentlicht.

RTL teilte nun mit, dass der Reporter sich nicht an die Vorgaben der Redaktion gehalten habe. Er habe mit Teilnehmern der Demonstration ins Gespräch kommen und diese befragen sollen. "Er sollte auf keinen Fall provozieren oder zur Hetze animieren, schon gar nicht anderen Journalisten eine Rolle vorspielen", sagte Präkelt FAZ.net. Stattdessen habe er "unserem Berufsstand mit seinem Auftreten schwer geschadet".