Vor dem Hintergrund einer offenbar islamistisch motivierten Geiselnahme in einem Café in Sydney haben sich Tausende Internetnutzer mit Muslimen solidarisiert. Unter dem Stichwort #illridewithyou ("Ich fahr mit Dir") versprachen sie, Muslimen beizustehen, sollten sie sich in öffentlichen Verkehrsmitteln wegen ihrer als religiös erkennbaren Kleidung nicht sicher fühlen.

Die australische Twitter-Nutzerin @sirtessa initiierte die Aktion. Zuerst twitterte sie ihre alltägliche Buslinie und bot denen an, die muslimische Kleidung tragen, sie zu begleiten, um sie so gegen mögliche islamfeindliche Attacken zu schützen. Wenige Minuten später schrieb sie: "Sollte man vielleicht einen Hashtag starten? Was ist mit #illridewithyou?". 

Der Hashtag verbreitete sich rasant und das nicht nur innerhalb von Sydney. Einige Nutzer boten Muslimen Schutz auch außerhalb des öffentlichen Nahverkehrs an, zum Beispiel bei sich zu Hause. Nur acht Stunden nachdem @sirtessa ihren ersten Tweet verschickte, war #illridewithyou der weltweit am meisten getwitterte Hashtag.

Die Idee entstand zwar vor dem direkten Hintergrund der offenbar islamisch motivierten Geiselnahme in Sydney. Trotzdem trifft der Hashtag offenbar eine Stimmung, die über das Einzelphänomen hinausgeht. Aus aller Welt meldeten sich Nutzer, die sich für die Aktion bedankten und sich inspiriert fühlten. Der australische Antidiskriminierungsbeauftragte Tim Soutphommasane sagte, dass "Furcht, Hass und Spaltung" nicht triumphieren dürften.

Damit die Bewegung nicht nur symbolisch gesehen wird, bekräftigte @sirtessa, dass sie es ernst mit ihrem Angebot meinte, mit Muslimen im Bus zu sitzen. "Ich sitze neben dir und wir können unsere Handys benutzen, denn morgens bin ich nicht in der Lage zu reden", twitterte sie, kurz bevor sie offline ging.