Bei einer Angriffsserie auf der Sinai-Halbinsel sind nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen mindestens 25 Menschen getötet worden. Krankenhausmitarbeitern zufolge wurden mindestens 36 Menschen verletzt. Bei den meisten Opfern soll es sich um Soldaten oder Polizisten handeln.

Ziel der Angreifer war unter anderem eine Militärkaserne, vor der eine Autobombe gezündet wurde. Ein Hotel, ein Polizeiclub und mehrere Kontrollposten sollen mit Mörsern und Raketen beschossen worden sein. Die gleichzeitigen Anschläge in den Städten Al-Arisch, Scheik Suwajid und Rafah zeigten einen bislang ungekannten Grad militärischer Koordination, sagte ein Sprecher des Militärs.  

Armeesprecher Ahmed Samir beschuldigte direkt nach den Anschlägen die Muslimbruderschaft des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi, die Attacken eingefädelt zu haben. Die SITE Intelligence Group, die Online-Aktivitäten von Terrorgruppen beobachtet, berichtete jedoch, dass sich der IS-Ableger in Ägypten via Twitter zu den Angriffen bekannte. Dieser war bislang als Ansar Beit al-Makdis bekannt. Stunden vor der Anschlagsserie hatten die Terroristen auf ihrem offiziellen Twitter-Auftritt Bilder von maskierten und schwarz gekleideten Kämpfern veröffentlicht. Sie trugen Panzerfäuste und schwenkten die Flagge des IS.

In den betroffenen Städten gilt seit vergangenen Oktober der Ausnahmezustand. Er wurde nach einem Angriff auf einen Kontrollposten verhängt, bei dem 31 Soldaten getötet worden waren. Der IS hatte dafür in einem Video die Verantwortung übernommen. Sinai ist eine Hochburg der ägyptischen IS-Untergruppierung. 

Auf der Sinai-Halbinsel hat die Gewalt seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi durch das Militär im Juni 2013 kontinuierlich zugenommen. Das Verhältnis der Beduinen-Stämme zur Zentralregierung in Kairo ist seit Langem angespannt. Seit dem Sturz Mursis sind diverse islamistische Gruppen in dem Gebiet zwischen Mittelmeer und Rotem Meer aktiv, die immer wieder Anschläge auf die Sicherheitskräfte verüben.