Die erste Ausgabe von Charlie Hebdo nach den Terroranschlägen von Paris war am Samstag in vielen deutschen Städten binnen Minuten ausverkauft. Auf der Suche nach dem begehrten Heft wurden die meisten Interessierten am frühen Morgen enttäuscht: Die Kioske und Geschäfte waren nur mit einer extrem limitierten Stückzahl beliefert worden, andere bekamen gar keine Exemplare und mussten Kunden vertrösten. Dutzende Menschen harrten nachts teils stundenlang vor den noch geschlossenen Läden aus, um an ein Exemplar der Ausgabe zu gelangen.

Vor einer Buchhandlung im Berliner Hauptbahnhof warteten gegen 5 Uhr etwa 100 Menschen, um ein Heft für vier Euro zu kaufen. Doch lediglich die ersten beiden waren erfolgreich: Das Geschäft hatte nur zwei Exemplare geliefert bekommen. Die Glücklichen hatten eigenen Angaben zufolge bereits um Mitternacht Stellung bezogen. Im gesamten Hauptbahnhof der Hauptstadt gab es nur 14 Hefte.

Auch am Hamburger Hauptbahnhof war die geringe Stückzahl spürbar. Vor einem Buch- und Zeitschriftengeschäft standen mehr als 60 Leute geduldig in einer Warteschlange. Um kurz nach 6 Uhr öffnete der Verkäufer schließlich die Türen und ließ die ersten sieben Wartenden in den Laden. Dann hieß es schon: "Wir sind ausverkauft!" Ähnlich gestaltete sich die Situation in Stuttgart, Hannover und Essen.

Bei dem Anschlag auf die Redaktion des Magazins waren vor gut einer Woche zwölf Menschen ermordet worden. Als Hintergrund gelten die Mohammed-Karikaturen, die in Charlie Hebdo abgedruckt worden waren. Eine solche dient auch als Titelseite der aktuellen Ausgabe: Auf dem Cover bekennt ein weinender Prophet, dass "alles vergeben" sei.