Der Flüchtling in Dresden ist getötet worden. Das meldet die Dresdner Morgenpost unter Berufung auf den Polizeichef Dieter Kroll. "Nach jetzigem Befund legen wir uns darauf fest, dass ein Messerstich ursächlich für die Verletzung verantwortlich ist", sagte er der Zeitung. "Wir schließen aus, dass es sich um einen Unfall handelt. Es ist ein Tötungsdelikt!" 

Die Leiche des Asylbewerbers aus Eritrea war am Dienstagmorgen im Innenhof einer Plattenbausiedlung gefunden worden, in der er gewohnt hatte. Passanten hatten den Toten entdeckt und die Polizei verständigt. "Die Ermittlungen ergaben bislang keine Anhaltspunkte auf eine Fremdeinwirkung", teilte diese anfangs mit, was bei Bewohnern der Unterkunft auf Unverständnis stieß. Er danach wurde eine Obduktion angeordnet und der Fundort der Leiche erneut untersucht.

Zeugen zufolge soll die Leiche blutüberströmt gewesen sein, schreibt die Dresdner Morgenpost. Dem Bericht zufolge war am Morgen bereits die Leichenstarre eingetreten.

Mitbewohner sahen den 20-Jährigen am Montagabend das letzte Mal. "Er wollte noch zu Netto zum Einkaufen", wird einer zitiert. Gegen 20 Uhr habe er die Unterkunft verlassen. "Da seine Mitbewohner montags aus Angst vor Pegida-Demonstrationen ihre Unterkunft kaum verlassen, wissen sie nicht, wann genau der junge Flüchtling umgekommen ist", heißt es. Freunde des Toten gehen von einer gewaltsamen Tötung aus, da seine Leiche blutüberströmt und mit sichtbaren Verletzungen gefunden worden sei. Dazu wollte die Polizei keine Angaben machen.

"Wir können keine Richtung ausschließen", teilte ein Sprecher der Dresdner Polizei ZEIT ONLINE mit. Die Ermittler haben Spiegel Online zufolge mehrere Mitbewohner zur Befragung mitgenommen, die Spurensicherung habe zudem den Tatort erneut untersucht.